Gegenwart und Zukunft der Weltund Menschheits-Entwicklung

GA 13/l06/p004 · original (original)

Auch von dem, was eigentlich das Wesen des Christus-Ereignisses ist, konnten die Nachgeborenen, wenn sie sich nicht in die übersinnlichen Welten erhoben, nur durch solche Überlieferung etwas wissen. Allerdings waren auch solche Eingeweihte vorhanden, welche die natürlichen Wahrnehmungsfähigkeiten für die übersinnliche Welt noch hatten und sich durch ihre Entwicklung doch in eine höhere Welt erhoben, trotzdem sie die neuen Verstandesund Gemütskräfte unberücksichtigt ließen. Durch sie wurde ein Übergang geschaffen von der alten Einweihungsart zu der neuen. Solche Persönlichkeiten gab es auch für die folgenden Zeiträume noch. Das ist gerade das Wesentliche des vierten Zeitraumes, dass durch das Abgeschlossensein der Seele von einem unmittelbaren Verkehr mit der seelisch-geistigen Welt der Mensch gestärkt und gekräftigt wurde in den Verstandesund Gefühlskräften. Die Seelen, welche sich damals so verkörperten, dass sie Verstandesund Gefühlskräfte in hohem Maße entwickelt hatten, brachten dann das Ergebnis dieser Entwicklung in ihre Verkörperungen im fünften Zeitraum hinüber. Als Ersatz für diese Abgeschlossenheit waren dann die gewaltigen Überlieferungen vorhanden von den uralten Weistümern, namentlich aber von dem Christus-Ereignis, welche durch die Kraft ihres Inhaltes den Seelen ein vertrauendes Wissen gaben von den höheren Welten. Nun waren aber immer auch Menschen vorhanden, welche die höheren Erkenntniskräfte zu den Verstandesund Gefühlsfähigkeiten hinzuentwickelten. Ihnen oblag es, die Tatsachen der höheren Welt und namentlich das Geheimnis des Christus-Ereignisses durch ein unmittelbares übersinnliches Wissen zu erfahren. Von ihnen aus floss in die Seelen der anderen Menschen immer so viel hinüber, als diesen Seelen begreiflich und gut war. Die erste Ausbreitung des Christentums sollte dem Sinne der Erdenentwicklung gemäß gerade in eine Zeit fallen, in welcher die übersinnlichen Erkenntniskräfte bei einem großen Teile der Menschheit nicht entwickelt waren. Deshalb war die Kraft der Überlieferung damals eine so gewaltige. Es brauchte die stärkste Kraft, um Menschen zum Vertrauen in die übersinnliche Welt zu führen, welche nicht selbst in diese Welt hineinschauen konnten. Es gab fast immer (wenn man von einer kurzen Ausnahmezeit im dreizehnten Jahrhundert absieht) auch solche Menschen, welche durch Imagination, Inspiration, Intuition sich zu den höheren Welten erheben konnten. Diese Menschen sind die nachchristlichen Nachfolger der alten Eingeweihten, der Leiter und Mitglieder des Mysterienwissens. Sie hatten die Aufgabe, durch ihre eigenen Fähigkeiten dasjenige wiederzuerkennen, was man durch das alte Mysterien-Erkennen hatte ergreifen können; und zu diesem hatten sie noch hinzuzufügen die Erkenntnis von dem Wesen des Christus-Ereignisses.

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