{"corpus":"steiner","locus":"GA 13/l06/p013","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"text":"Wer durch die vorangehenden Ausführungen zu der Meinung verführt werden könnte, die geschilderte Entwicklung trage ein fatalistisches Gepräge, der hatte sie missverstanden. Wer etwa glaubte, bei einer solchen Entwicklung sei eine bestimmte Anzahl von Menschen dazu verurteilt, dem Reiche der «bösen Menschheit» anzugehören, der sieht nicht, wie sich das gegenseitige Verhältnis des Sinnenfälligen zu dem Seelisch-Geistigen bei dieser Entwicklung gestaltet. Beides, Sinnenfälliges und Seelisch-Geistiges, bilden innerhalb gewisser Grenzen getrennte Entwicklungsströmungen. Durch die der sinnenfälligen Strömung eigenen Kräfte entstehen die Formen des «bösen Menschentums». Eine Notwendigkeit für eine Menschenseele, sich in einer solchen Form zu verkörpern, wird nur bestehen, wenn diese Menschenseele selbst die Bedingungen dazu geschaffen hat. Es könnte auch der Fall eintreten, dass die aus den Kräften des Sinnenfälligen heraus entstandenen Formen keine aus der früheren Zeit stammenden Menschenseelen fänden, weil diese zu gut für derartige Körper wären. Dann müssten diese Formen anders als durch frühere Menschenseelen aus dem Weltall heraus beseelt werden. Von Menschenseelen werden die charakterisierten Formen nur dann beseelt sein, wenn diese sich zu solcher Verkörperung bereit gemacht haben. Die übersinnliche Erkenntnis hat auf diesem Gebiete eben zu sagen, was sie schaut. Das ist, dass in der angedeuteten Zukunft zwei Menschenreiche, ein gutes und ein böses, vorhanden sein werden; nicht aber hat sie etwa verstandesmäßig aus dem Zustand der gegenwärtigen Menschenseelen auf einen wie mit naturgemäßer Notwendigkeit eintretenden künftigen zu schließen. Entwicklung der Menschenformen und Entwicklung der Seelenschicksale muss übersinnliche Erkenntnis auf zwei ganz getrennten Wegen suchen; und ein Durcheinanderwerfen der beiden in der Weltanschauung wäre ein Rest materialistischer Gesinnung, der, wenn er vorhanden, in bedenklicher Art in die Wissenschaft des Übersinnlichen hineinragen würde.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"Gegenwart und Zukunft der Weltund Menschheits-Entwicklung","site_heading":null,"date":null,"location":null,"word_count":268,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/13/l06/p013","alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["AP1972","RSP1969"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/13/l06/p013"},{"lang":"en","edition":"RSP1969","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/13/l06/p013","paragraph_aligned":true}]}