{"corpus":"steiner","locus":"GA 130/1911-09-19/p007","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"text":"Es ist vielleicht paradox gesprochen, aber wahr ist es, dass jene Menschen, die in der Stadt verlernen müssen, wie ein Hafer-, ein Roggen- oder Gerstenkorn aussieht, auch leider abgetrennt werden in ihren Herzen von den tiefsten moralischen Quellen unseres Daseins. Wenn wir dies bedenken, betrachten wir es wohl als ein Privileg, nahe sein zu dürfen den Quellen des Geistes der Natur, denn dann verbindet sich von selbst eine solche Empfindung mit der anderen, die, erhärtet durch die Theosophie, durch die Welt gehen soll: mit der Wahrheit der Reinkarnation. Wir empfangen sie zunächst als Glaubenswahrheit, diese Wahrheit von den wiederholten Erdenleben des Menschen. Aber wie vermöchte sich eine Seele aufrecht zu erhalten in heutiger Zeit, wo zu sehen ist, auf wie gar verschiedenen Wegen die Menschen sich durch das Leben hindurchfinden, wo so krass zu sehen ist alle Ungleichheit, die auf unserer Erde notwendigerweise ausgegossen sein muss. Dann fühlt wohl der Mensch, der das Privileg hat, nahe an den Quellen der Natur zu sein, dass er nicht nur allen Grund zur Befriedigung hat, von den Wahrheiten der Theosophie wissen zu dürfen, sondern er fühlt auch alle Verantwortlichkeit, auch alle Pflicht zur Erkenntnis des geistigen Lebens. Denn was werden diejenigen Seelen, die heute das Privileg haben, in der Natur Frieden und Gesundheit genießen zu dürfen, was werden sie als ein Bestes herantragen an die Pforte des Todes? Was als ihr Bestes?","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"Der Christus-Impuls im historischen Werdegang","site_heading":null,"date":"1911-09-19","location":null,"word_count":229,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/130/1911-09-19/p007","alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["English"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/130/1911-09-19/p007"},{"lang":"en","edition":"English","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/130/1911-09-19/p007","paragraph_aligned":true}],"record":{"record_type":"unknown","scope":"volume","note":"How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.","evidence":null,"evidence_translation":null,"evidence_source":null}}