Der Christus-Impuls im historischen Werdegang
Wenn wir ein wenig hineinblicken in das, was so gelehrt werden kann von den geistigen Mächten, die uns näherstehen, als sie es im neunzehnten Jahrhundert getan haben, was können wir da lernen? Da können wir ganz besonders lernen, dass wir in unserer tiefsten Seele, in unserem tiefsten Fühlen etwas anderes mitnehmen können in die folgenden Inkarnationen, wenn wir uns durchdringen mit der geistigen Wissenschaft, als wenn wir uns ihr fernhalten. Wir sind ja heute fürwahr nicht darauf angewiesen, dass wir wie eine abstrakte Lehre, wie eine Theorie aufnehmen das, was uns Geisteswissenschaft geben kann. Das, was Ihre Seelen aufnehmen, was sich in sie senkt wie eine Theorie, es ist dazu da, dass alles Leben wird. Und das, was so Leben wird, wirkt bei manchen Menschen schon heute, schon in dieser Inkarnation, sonst in der nächsten. Es wird wirkliches, unmittelbares Leben, ein Leben, von dem wir nur eine Vorstellung haben können, wenn wir uns jenem prophetischen Blick hingeben, der ja sagt: Wohin geht denn diese Entwicklung? Sie geht mit all den Früchten in das unmittelbare äußere Dasein über. Und dasjenige, was wir heute nur sagen können, heute nur aussprechen können, nur unseren Worten einverleiben können, wird Blick, Blick bei den Jüngeren, Blick bei den Älteren, Blick, der beseligend wirkt.
Cite:
GA 130/1911-09-19/p008 · edition original