Buddha und Christus. Die Sphäre der Bodhisattvas
Diejenigen Mächte, diejenigen Kräfte, die den Menschen wiederum hinaufziehen in die geistige Welt, die zerfallen in zweierlei: in solche, die ihn hinaufziehen auf dem Wege der Weisheit, und in solche, die ihn hinaufziehen auf dem Wege der Moralität. Diejenigen Kräfte nun, welche vorzugsweise den intellektuellen Fortschritt bewirken, die gehen alle aus von einer Ihnen allen bekannten bedeutenden Individualität aus der vierten nachatlantischen Kulturepoche. Nämlich der Impuls zur weisheitsvollen Entwicklung der Seele geht aus von Gautama Buddha. Es ist merkwürdig, dass uns die okkulte Forschung lehrt, dass gerade die scharfsichtigsten und wichtigsten Gedanken, die in unserer Kulturepoche gedacht worden sind, ausgegangen sind von Gautama Buddha. Dieses ist um so merkwürdiger, als man im Abendlande in noch nicht allzulanger Zeit, bis zu Schopenhauer hinauf, den Namen des Gautama Buddha fast nicht gekannt hat. Dies aber ist sehr begreiflich, denn der Gautama Buddha stieg in der Zeit, als er der Königssohn des Suddhodana war, von der Bodhisattva-Würde zur Buddha-Würde auf, und das Buddha-Werden bedeutet, dass die betreffende Individualität sich nicht mehr im fleischlichen Leibe auf Erden inkarniert.
Cite:
GA 130/1911-09-21/p021 · edition original