Der Christus-Impuls als Reales Leben
Dem Jeshu ben Pandira wurde das Schwere nicht verziehen, das er voraussagte, er wurde gesteinigt und dann ans Kreuz gehängt. Für einige Bekenner blieb - wenn auch tief verborgen - dieses Urkundenbuch erhalten. Was nun später damit geschehen ist, wird uns am besten klar dadurch, dass wir wissen, was Hieronymus, der große Kirchenvater, selbst darüber erzählt hat: Er habe das Matthäus-Evangelium aus einer christlichen Sekte erhalten. Es hat damals einen kleinen Kreis gegeben, in welchem das Buch geheim gehalten wurde, und durch besondere Verhältnisse kam es an Hieronymus. Dieser erhielt von seinem Bischof den Auftrag, es zu übersetzen. Er erzählt das selbst. Er sagte aber auch zugleich, es sei so geschrieben, dass es nicht an die außenstehenden Menschen kommen solle. Er wolle es trotzdem so übersetzen, dass das darin Verhüllte weiter verhüllt bleibe. Ferner sagt er, dass er es auch nicht verstehe. - Dasjenige, was in dieser Weise zustande kam, war in solchen Charakteren geschrieben, dass der eine es so, der andere es anders in profaner Sprache ausdrücken konnte. Es ist auch in dieser Art auf die Nachwelt herübergekommen. Es verhält sich also damit so, dass die Welt eigentlich die Evangelien noch gar nicht hat. So ist es denn wohl berechtigt, wenn heute aus der Theosophic heraus die Evangelien neu erklärt werden, wenn auf die Akasha-Chronik zurückgegangen wird, weil dort allein ihre ursprüngliche Gestalt zu finden ist.
Cite:
GA 130/1911-11-20/p011 · edition original