Die Morgenröte des neueren Okkultismus
Es handelt sich nun darum, dass wir recht sehr unterscheiden zwischen dem, was uns als Zufall erscheint, und demjenigen, was als Notwendigkeit wirkt. Wenn der Mensch sein Leben auf diese zwei Kategorien von Erlebnissen hin betrachtet, dann kann er eine höhere Entwicklung nicht durchmachen, ohne dass er versucht, auf alles zu schauen, was ihm als Zufall erscheint. Wir müssen besonders versuchen zu schauen auf die Dinge, die wir nicht gewollt haben, die dem entgegenstehen, was uns gefällt. Es gibt eine gewisse Möglichkeit der Seelenverfassung, sich auf einen hypothetischen Möglichkeitsstandpunkt zu stellen und sich zu sagen: Wie wäre es, wenn ich mir vorstellte, dass ich dasjenige, was ich nicht gewollt habe, was mir gar nicht angenehm ist, was mir nicht gefällt, gerade so recht gewollt hätte, das was mir damals gerade nicht gefiel, und was ich nicht wollte? Dies muss man sich intensiv vorstellen: Wir selbst hätten diese unsere Lage aufs Energischste gewollt.
Cite:
GA 130/1912-01-29/p004 · edition original