{"corpus":"steiner","locus":"GA 130/1912-01-29/p005","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"text":"Von dem, was uns Zufall dünkt, müssen wir uns vorstellen: Wie wäre es, wenn wir den energischsten Willen angewendet hätten, um das alles zu wollen? Gleichsam meditierend muss der Mensch sich in diese Seelenstimmung versetzen gegenüber dem, was uns in unserem Leben als zufällige Ereignisse erscheint. Und jeder Mensch der Gegenwart kann dieses tun. Wenn wir so vorgehen, dann macht das nach und nach einen ganz besonderen Eindruck auf unsere Seele, wir fühlen, als ob sich etwas loslösen wollte von uns. Ich habe mir da einen zweiten, einen anderen Menschen vorgestellt, sagt sich die Seele, der ist nun da. Und man kann nicht mehr loskommen von dieser Vorstellung, sondern ein solcher ausgedachter Mensch wird nach und nach zu unserem Doppelgänger. Mit diesem ausgedachten Menschen hast du eigentlich etwas zu tun, sagt sich die Seele. Man steigt auf zu der Vorstellung: Dieser Mensch lebt eigentlich in dir. Und wenn man sich recht intensiv hineinlebt in diese Vorstellung, dann wird man gewahr, dass dieser ausgedachte Mensch nicht so ganz ohne Bedeutung ist. Die Überzeugung wird in uns wach: Das ist schon einmal dagewesen, und damals hast du die Willenskräfte zu den scheinbaren Zufälligkeiten von heute in dir gehabt. - Auf diese Weise verschaffen wir uns eine gründliche Überzeugung davon, dass wir schon einmal da waren, bevor wir in diese Leibeshülle untertauchten. Und jeder Mensch der Gegenwart kann diese Überzeugung sich verschaffen.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"Die Morgenröte des neueren Okkultismus","site_heading":null,"date":"1912-01-29","location":null,"word_count":229,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/130/1912-01-29/p005","alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["English"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/130/1912-01-29/p005"},{"lang":"en","edition":"English","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/130/1912-01-29/p005","paragraph_aligned":true}],"record":{"record_type":"unknown","scope":"volume","note":"How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.","evidence":null,"evidence_translation":null,"evidence_source":null},"also_served_as":{"lectures":["1912-01-29_02"],"note":"The identical text is also served under the loci listed here. They are the SAME witness under different ids, not independent attestations: do not cite two of them as corroborating each other."}}