Die Morgenröte des neueren Okkultismus

GA 130/1912-01-29/p014 ·1912-01-29 · original (original)
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Durch den Materialismus werden die Menschen vorzeitig alt. Vor dreißig Jahren zum Beispiel, ja da haben die Kinder anders ausgeschaut als heute. Heute sieht man schon zehn-, zwölfjährige alte Leute, Kinder, die geradezu einen greisenhaften Eindruck machen, gibt es heute. Die Menschen sind so altklug geworden und ganz besonders die Erwachsenen. Sie sagen: Wir wollen unsere Kinder nicht mehr anlügen, zum Beispiel damit, dass der Storch die Kinder bringe. Die Kinder müssen aufgeklärt werden. Aber so lügen sie die Kinder in Wahrheit an. Unsere Nachkommen werden wieder wissen, dass tatsächlich unsere Kinderseelen als vogelartige geistige Gebilde herunterschweben aus den höheren Welten. Es ist außerordentlich wichtig, dass man eine imaginative Vorstellung hat für manche Dinge, die noch nicht begreiflich sind. Es ist allerdings wohl möglich für die Tatsache, um die es sich handelt, eine bessere Imagination zu finden als die Storchgeschichte. Darauf kommt es an, dass spirituelle Kräfte spielen zwischen Kind und Eltern oder Erzieher, etwas wie ein geheimer Magnetismus muss da sein. Man muss selbst an die Imagination glauben, die man den Kindern gibt. Wenn man den Kindern den Tod erklären will, so muss man hinweisen auf ein anderes Naturereignis. Man kann sagen: Sich dir den Schmetterling an, wie er aus der Puppe herausfliegt: also ist es auch mit der Menschenseele nach dem Tode. - Aber erst muss man selbst glauben, die Welt sei so angeordnet, dass die Mächte in dem Schmetterling, der aus der Puppe herausfliegt, uns ein Bild für den Vorgang des Hervorgehens der Seele aus dem Körper hingezeichnet haben. Der Weltengeist hat uns aufmerksam machen wollen, wie das geschieht, deshalb hat er uns ein solches Bild in die Natur eingezeichnet. Das ist ungeheuer wichtig, dass wir immer lernen können, immer jung bleiben können, unabhängig von unserem physischen Leibe. Und das ist die ungeheuer wichtige Aufgabe der Theosophie: der Welt die Verjüngung zu bringen, die sie braucht. Wir müssen hinauskommen über das banal Sinnliche. Seelisches und Geistiges in der Praxis anzuerkennen, das muss das Ziel unseres Zweiglebens sein. Die Erkenntnis muss uns immer mehr durchdringen, dass wir von der Seele aus Herrscher werden können über das Äußere.

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