Intimitäten des Karma

GA 130/1912-02-09/p013 ·1912-02-09 · original (original)
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Die Geschichte erzählt uns auch recht wenig von den aufeinanderfolgenden Inkarnationen dieser Persönlichkeit, des Dreizehnten. Er wurde immer und immer wieder geboren mit hervorragenden, bedeutsamen Gemütseigenschaften. Das wusste man, dass dieser Mensch wieder als Kind geboren werden würde und dass er ausersehen sei, ganz Besonderes für die Menschheit zu bedeuten. Das erhielten aus ihrer Hellsichtigkeit heraus diese zwölf Männer, die dieses Kind ganz in ihre Erziehung nehmen und es einrichten konnten, dass es von allem Anfang an der Welt ganz entrückt wurde. Es wurde ganz herausgenommen aus der Familie und unter die Erziehung und Obhut der zwölf Männer gebracht. Die zogen es mit aller Sorgfalt auf, entsprechend den Regeln ihres Hellsehertums, sodass alles, was als Kräfte von den Inkarnationen her veranlagt war, in diesem Kinde sich nach und nach wieder heranbilden konnte. Sie werden merken, dass von diesem Ereignisse eine Art ahnungsvolles Bewusstsein geblieben ist in jenen, die etwas von der Geschichte des geistigen Lebens wussten. Ich habe aus einer Dichtung, in der diese Ahnung lebt, vortragen lassen. Die «Geheimnisse» von Goethe sind wiederholt vorgetragen worden. Goethe hat aus einer tiefen Ahnung von diesem Kollegium der Zwölf gesprochen und wiedergegeben die Gemütszustände derselben. Es war nicht der Bruder Markus, sondern jenes Kind, von dem ich Ihnen erzähle, dass es von den ersten Tagen seiner Geburt hereingenommen worden ist in die Erziehung der Zwölf, bis es ein Jüngling geworden war. Merkwürdig entwickelte sich dieses Kind. Die zwölf Männer waren nicht Fanatiker, sondern abgeklärte, ruhige, innerlich harmonische Geister. Was tut der Fanatiker? Er will die Menschen so schnell als möglich bekehren; sie wollen aber gewöhnlich nicht. Jeder soll gleich glauben, was der Fanatiker will, und er ärgert sich, wenn man ihm nicht glaubt. Wenn in unserer Gegenwart jemand dies oder das vertritt, glaubt man ja gar nicht, dass er oft etwas anderes begreiflich machen will, begreiflich machen will, was derjenige dachte und glaubte, von dem er spricht. So hielt man mich jahrelang für einen Nietzscheaner, weil ich über Nietzsche objektiv ein Buch geschrieben habe. Aber die Menschen können ja durchaus nicht verstehen, dass man in objektiver Weise etwas wiedergeben will, sondern sie glauben, dass jeder ein Fanatiker sein muss für das, was er sagt.

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Cite: GA 130/1912-02-09/p013 · edition original