Intimitäten des Karma

GA 130/1912-02-09/p015 ·1912-02-09 · original (original)
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Es hatte allerdings die Seele dieses Menschen dadurch viel zu tragen, und die Folge davon war, dass in einer eigenartigen Weise diese Seele auf den Leib wirkte. Und gerade aus dem Grunde, weil das, was ich jetzt erzähle, eingetreten ist, darf dies nicht wiederholt werden; es konnte sich nur in jenem Zeitpunkte abspielen. Und merkwürdigerweise, je größer, harmonischer der Seeleninhalt dieses Knaben wurde, desto zarter wurde sein Leib, immer zarter und zarter. Und in einem bestimmten Lebensalter stellte sich geradezu heraus, dass der Leib so zart geworden war, dass er förmlich durchsichtig wurde, dass man durchsehen konnte durch die einzelnen Glieder. Und immer weniger und weniger aß dieser Jüngling, bis er zuletzt ganz aufhörte zu essen. Dann verfiel er durch Tage in einen apathischen Zustand; die Seele war herausgegangen aus dem Leibe und ging nach einigen Tagen wiederum in den Leib zurück. Jetzt war der Jüngling innerlich ganz verändert. Die zwölf verschiedenen Strahlen der menschlichen Weltanschauungen waren wie in ein Licht vereinigt, und er sprach nun die wunderbarsten, gewaltigsten Geheimnisse. Er sagte nicht, was der Eine, der Zweite, der Dritte sagte, er sagte in ganz neuer Form und in einer wunderbaren Weise Dinge, die alle zusammen hätten sagen müssen, Dinge, in denen alles, was die anderen wussten, vereinigt war, und er sagte das so, als wenn diese neue Weisheit in ihm eben geboren worden wäre, als ob ein höherer Geist in ihm gesprochen hätte, sodass diese zwölf Männer jetzt alle etwas Neues lernen konnten. Und sie lernten alle von ihm, unendlich viel wurde ihnen geboten, einem jeden eine vollkommenere Erklärung dessen, was er von früher her wusste.

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Cite: GA 130/1912-02-09/p015 · edition original