Zehnter Vortrag

GA 131/1911-10-14/p010 ·1911-10-14 · original (original)
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So sehen wir den Zweck und das Ziel der christlichen Einweihung. Durch das, was als rosenkreuzerische Einweihung charakterisiert worden ist, und durch das, was überhaupt heute ein Mensch als Einweihung haben kann, wird nun auch in einer gewissen Weise, nur mit etwas anderen Mitteln, dasselbe erlangt: daß ein Anziehungsband geschaffen wird zwischen dem Menschen, insofern er in einem physischen Leibe verkörpert ist, und dem, was als das eigentliche Urbild des physischen Leibes auferstanden ist aus dem Grabe von Golgatha. Nun aber wissen wir aus dem Beginne dieses Vortragszyklus, daß wir an dem Ausgangspunkte einer Weltepoche stehen, in welcher ein Ereignis erwartet werden muß, das sich nun nicht abspielt wie das Ereignis von Golgatha auf dem physischen Plan, sondern das sich in der höheren Welt, in der übersinnlichen Welt abspielen wird, das aber in einem genauen und richtigen Zusammenhange steht mit dem Ereignis von Golgatha. Während das letztere dazu bestimmt war, den eigentlichen physischen Kräfteleib des Menschen, das Phantom, das seit Beginn der Erdentwickelung degeneriert ist, dem Menschen wiederzugeben, wozu eben im Beginne unserer Zeitrechnung eine Reihe von Ereignissen notwendig waren, die sich wirklich auf dem physischen Plane abgespielt haben, so ist zu dem, was jetzt geschehen muß, nicht ein Ereignis auf dem physischen Plan notwendig. Eine Inkarnation der Christus-Wesenheit in einem fleischlichen menschlichen Leib konnte nur einmal im Laufe der Erdentwickelung geschehen. Und es heißt einfach, das Christus-Wesen nicht verstehen, wenn man eine Wiederhoiung der Inkarnation dieser Wesenheit behaupten kann. Das aber, was eintritt und einer übersinnlichen Welt angehört, nur in einer übersinnlichen Welt beobachtet werden kann, das wurde mit den Worten charakterisiert: Der Christus wird der Herr des Karma für die Menschen. Das heißt: die Ordnung der karmischen Angelegenheiten wird in der Zukunft geschehen durch den Christus; immer mehr und mehr werden die Menschen der Zukunft empfinden: Ich gehe durch die Pforte des Todes mit meinem karmischen Konto. Auf der einen Seite stehen meine guten, gescheiten und schönen "Taten, meine gescheiten, schönen, guten und verständigen Gedanken — auf der anderen Seite steht alles Böse, Schlechte, Dumme, Törichte und Häßliche. Der aber, der in der Zukunft für die Inkarnationen, die nun folgen werden in der menschheitlichen Entwickelung, das Richteramt haben wird, um Ordnung in dieses karmische Konto der Menschen hineinzubringen, das ist der Christus! — Und zwar haben wir uns das in folgender Weise vorzustellen:

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Cite: GA 131/1911-10-14/p010 · edition original