Zehnter Vortrag
Als der Mensch auf tiefster Stufe nach abwärts gekommen war, brauchte es eines mächtigen Impulses nach aufwärts. Das konnte nur dadurch geschehen, daß jene Wesenheit aus den höheren Hierarchien, die wir als die Christus-Wesenheit bezeichnen, einen Entschluß faßte in den höheren Welten, den sie zu ihrer eigenen Entwickelung nicht zu fassen gebraucht hätte. Denn die Christus-Wesenheit hätte ihre Entwickelung auch erreicht, wenn sie einen Weg eingeschlagen hätte, der weit, weit über alledem gelegen hätte, wo die Menschen waren auf ihrem Weg. Und die Christus-Wesenheit hätte sozusagen vorbeigehen können, oben vorbeigehen können an der Entwickelung der Menschheit. Dann aber wäre die Entwickelung der Menschheit so geschehen, daß, wenn der Impuls nach oben nicht gegeben wäre, der Weg nach unten hätte fortgesetzt werden müssen. Dann hätte die Christus-Wesenheit einen Aufstieg gehabt und die Menschheit nur einen Abfall. Nur dadurch, daß die Christus-Wesenheit den Entschluß gefaßt hat, sich in dem Zeitpunkt der Ereignisse von Palästina mit einem Menschen zu vereinigen, in einem Menschen sich zu verkörpern und der Menschheit den Weg nach aufwärts möglich zu machen, nur dadurch wurde jene Entwickelung der Menschheit herbeigeführt, die wir jetzt nennen können eine Erlösung der Menschheit von jenem Impuls, der von den luziferischen Kräften gekommen ist, und der in der Bibel bildlich als die Erbsünde bezeichnet wird, als die Verführung durch die Schlange und Herbeiführung der Erbsünde. Etwas, was für den Christus selbst nicht notwendig war, das hat der Christus vollzogen.
Cite:
GA 131/1911-10-14/p030 · edition original