{"corpus":"steiner","locus":"GA 131/1911-10-14/p034","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"text":"Es ist doch nicht viel, was in diesem Vortragszyklus wieder getan werden konnte, um ein genaueres Verständnis des Christus-Impulses und des ganzen Entwickelungsganges der Menschheit auf der Erde vom Standpunkte der Geisteswissenschaft aus herbeizuführen. Wir können nur immer einzelne Bausteine herbeitragen. Wenn diese aber so in unsere Seele hineinwirken, daß wir wiederum etwas fühlen wie einen Ansporn zu weiterem Streben, zur weiteren Entwickelung auf der Bahn der Erkenntnis, dann haben diese Bausteine zum großen geistigen Tempel der Menschheit ihre Wirkung getan. Und das beste, was wir aus einer solchen geisteswissenschaftlichen Betrachtung davontragen können, ist, daß wir zu einem gewissen Ziele wieder etwas gelernt haben; daß wir unser Wissen wieder um einiges bereichert haben. Zu was für einem hohen Ziele? Zu dem Ziele, daß wir um so genauer wissen, wieviel wir noch brauchen, um mehr zu wissen; damit wir immer gründlicher durchdrungen werden von der Wahrheit des alten sokratischen Wortes: Je mehr man lernt, desto mehr weiß man, wie wenig man weiß! Aber erst, wenn dies nicht ein Bekenntnis ist einer tat- und strebenslosen Resignation, sondern ein Bekenntnis des lebendigen Wollens und Strebens nach immer erweiterteren Erkenntnissen, dann erst ist es gut. Nicht bekennen sollen wir, wie wenig wir wissen, indem wir sagen: Wir können nun doch nicht alles wissen; also lernen wir lieber gar nichts, legen wir die Hände in den Schoß! Das wäre ein falsches Ergebnis geisteswissenschaftlicher Betrachtungen. Das richtige kann nur sein, daß wir immer mehr und mehr befeuert werden zu einem Weiterstreben und jedes neu Gelernte als eine Stufe betrachten; aber immer wieder die Schritte ansetzen, um immer höhere Stufen zu erreichen.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"Zehnter Vortrag","site_heading":null,"date":"1911-10-14","location":null,"word_count":265,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/131/1911-10-14/p034","alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["English"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/131/1911-10-14/p034"},{"lang":"en","edition":"English","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/131/1911-10-14/p034","paragraph_aligned":true}],"record":{"record_type":"unknown","scope":"volume","note":"How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.","evidence":null,"evidence_translation":null,"evidence_source":null}}