Zehnter Vortrag
Wir haben vielleicht gerade in diesem Vortragszyklus viel von dem Erlösungsgedanken sprechen müssen, ohne daß wir dieses Wort oftmals gebraucht haben. Dieser Erlösungsgedanke sollte von dem Geistsucher so empfunden werden, wie ihn ein großer Vorläufer unserer abendländischen Geisteswissenschaft empfunden hat: daß er im Grunde genommen uns nur verwandt und vertraut wird in unserer Seele als eine Folge unseres Strebens nach den höchsten Zielen des Erkennens, des Fühlens und des Wollens. Und wie der große Vorläufer unserer abendländischen Anthroposophie den Gedanken, der da verbindet das Wort des Erlösens mit dem Worte des Strebens, ausgesprochen hat in der Form: «Wer immer strebend sich bemüht, den können wir erlösen»! so sollte der Anthroposoph immer empfinden: Nur der kann die wahre Erlösung begreifen und fühlen und innerhalb ihrer Sphäre wollen, der immer strebend sich bemüht!
Cite:
GA 131/1911-10-14/p035 · edition original