{"corpus":"steiner","locus":"GA 132/1911-10-31/p010","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"text":"Es ist ja in der Tat ein Anblick, an den man sich erst gewöhnen muß, Sie müssen sich vor allen Dingen von alledem eine Vorstellung machen, was notwendig ist, um überhaupt dahin zu kommen, ein solches Weltentableau als etwas Wirkliches noch empfinden zu können. Alles, was Sie mit den Sinnen wahrnehmen können, müßten Sie sich wegdenken aus der Welt, müßten sich auch fortdenken Ihre Innenwelt, insofern dieselbe aus den gewöhnlichen Gemütsbewegungen des Menschen besteht; müßten sich weiter wegdenken von dem, was in der Welt ist, auch alles, was Vorstellungen sind im Menschen. Also von der Außenwelt müßten Sie alles wegnehmen, was Sinne wahrnehmen können, und vom Inneren alles, was Gemütsbewegungen, Vorstellungen sind. Und wenn Sie jetzt von jener Seelenverfassung sich einen Begriff machen wollen, in die der Mensch kommen muß, wenn er den Gedanken real faßt: Alles das wäre weggeschafft, aber der Mensch wäre noch da -, dann kann man nicht anders sagen als, der Mensch muß lernen, Schauder, Furcht empfinden zu können vor der unendlichen Leere, die sich da auftut um uns herum. Man muß gleichsam seine Umgebung empfinden können wie ganz und gar gesättigt, tingiert mit dem, was uns von allen Seiten Schauder, Furcht erregt, und muß zu gleicher Zeit in der Lage sein, diese Furcht durch innere Festigkeit und Sicherheit seines Wesens überwinden zu können. Ohne diese zwei Gemütsstimmungen, Schauder und Furcht vor der unendlichen Leere des Daseins und der Überwindung dieser Furcht, kann man überhaupt gar keine Ahnung empfinden von dem, was unserem Weltendasein als das alte Saturndasein zugrunde liegt.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"Erster Vortrag","site_heading":null,"date":"1911-10-31","location":null,"word_count":254,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/132/1911-10-31/p010","alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["English"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/132/1911-10-31/p010"},{"lang":"en","edition":"English","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/132/1911-10-31/p010","paragraph_aligned":true}],"record":{"record_type":"unknown","scope":"volume","note":"How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.","evidence":null,"evidence_translation":null,"evidence_source":null},"also_served_as":{"lectures":["1911-10-31_02"],"note":"The identical text is also served under the loci listed here. They are the SAME witness under different ids, not independent attestations: do not cite two of them as corroborating each other."}}