Erster Vortrag

GA 132/1911-10-31/p013 ·1911-10-31 · original (original)
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Nun gibt es zwei Möglichkeiten für den heutigen Menschen. Die eine sichere Möglichkeit ist die, daß jemand die Evangelien verstanden hat, das Mysterium von Golgatha verstanden hat. Wer sie wirklich in ihrer vollen Tiefe verstanden hat — natürlich nicht so, wie die modernen Theologen heute darüber reden, sondern so, daß er daraus herausgesogen hat das Tiefste, was der Mensch daraus innerlich erfahren kann -, der nimmt etwas mit in jene Leere hinein, das sich wie von einem Punkte aus vergrößert und die Leere ausfüllt mit etwas, was mutähnlich ist, was ein Gefühl von Mut, von Geborgensein ist durch das Vereintsein mit jener Wesenheit, die auf Golgatha das Opfer vollbracht hat. Das ist der eine Weg. — Der andere Weg ist der, daß wir ohne die Evangelien eindringen in die geistigen Welten, daß wir durch wahre, echte Anthroposophie in die geistigen Welten eindringen. Das kann auch geschehen. Sie wissen, daß wir zunächst immer betonen: wir gehen nicht von den Evangelien aus, wenn wir das Mysterium von Golgatha betrachten, sondern wir kämen dazu auch, wenn es gar keine Evangelien gäbe. Das hat, bevor das Mysterium von Golgatha geschehen ist, nicht sein können; das ist aber heute der Fall, weil etwas in die Welt gekommen ist durch das Mysterium von Golgatha, wodurch der Mensch die geistige Welt unmittelbar aus den Impressionen heraus selber begreifen kann. Das ist das, was wir das Walten des Heiligen Geistes in der Welt nennen können, das Walten der Weltgedanken in der Welt.

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Cite: GA 132/1911-10-31/p013 · edition original