Dritter Vortrag

GA 132/1911-11-14/p010 ·1911-11-14 · original (original)
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Nun ist für geistige Betätigungen, um geistige Wirkungen in den höheren Welten zu erzielen, der richtige Weg der, welcher durch den Verzicht geht. In dieser Beziehung bestehen viele Täuschungen; und Täuschungen führen nicht - deshalb, weil sie auch im Äußeren so ähnlich aussehen - zu den richtigen Wirkungen. Sie alle kennen das, was man im gewöhnlichen Leben die Askese, die Selbstpeinigung nennt. Diese Selbstpeinigung kann in vielen Fällen geradezu eine Wollust sein, die der Betreffende aus der Begierde heraus wählt, zum Beispiel, um viel zu erreichen, oder sei es auch aus einem anderen Begierdequell, um der Wollust willen. Dann wirkt die Askese nichts; denn sie hat nur dann eine Bedeutung, wenn sie als Begleiterscheinung des schon im Geistigen wurzelnden Verzichts auftritt. Diesen Begriff wollen wir uns eben aneignen: den Begriff des schöpferischen Verzichtes, der schöpferischen Resignation. Es ist ungeheuer wichtig, daß wir diesen Verzicht, diese schöpferische Resignation, die wir ja in der Seele erleben können, wieder als eine dem alltäglichen Leben fernliegende Vorstellung aufnehmen: dann werden wir einen Schritt tiefer in die Menschheitsevolution hineingeführt werden können. Denn so etwas geschieht im Verlaufe der Evolution, zum Beispiel beim Herübergang der Entwickelung von den Sonnenverhältnissen zu den Mondverhältnissen. So etwas wie Resignieren geschieht im Bereiche der Wesenheiten der höheren Welten, von denen wir ja wissen, daß sie mit dem Fortgang der Erdentwickelung zusammenhängen. Und zwar wollen wir da noch einmal die alte Sonnenentwickelung ins Auge fassen. Aber machen wir zunächst noch auf etwas aufmerksam, was wir schon wissen, was uns aber bis jetzt noch in mancher Hinsicht rätselhaft erscheinen kann.

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Cite: GA 132/1911-11-14/p010 · edition original