{"corpus":"steiner","locus":"GA 132/1911-11-14/p020","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"text":"Aus der «Geheimwissenschaft im Umriß», die in gewisser Beziehung noch im Bereich der Maja bleiben mußte, wissen wir, daß auf die Sonnenentwickelung die Mondentwickelung folgte, daß am Ende der Sonnenzeit alle Verhältnisse in eine gewisse Dämmerung, in ein kosmisches Chaos eintauchten und wieder als Mond auftauchten. So haben wir denn wieder auftauchen zu sehen die Opferung als Wärme. Also, was auch auf der Sonne blieb als Wärme, das sehen wir auch auf dem Monde als Wärmeverhältnisse auftauchen. Was schenkende Tugend ist, sehen wir als Gas, als Luft auftauchen. Aber auch die Resignation dauert fort, der Verzicht auf die Opferung. Was wir «Resignation» nannten, ist in all diesem drinnen, was auf dem alten Monde vorgeht. Es ist wirklich so: was wir als Resignation erleben können, müssen wir uns ebenso als Kraft in allem auf dem alten Monde denken, von der Sonne herübergekommen, wie wir uns etwas anderes denken, was in der äußeren Welt vorhanden ist. Was Opfer war, erscheint als Wärme in der Maja; was schenkende Tugend war, erscheint in der Maja als Gas oder Luft. Was nun Resignation ist, das erscheint in der äußeren Maja als Flüssigkeit, als Wasser. Wasser ist Maja, und es wäre nicht da in der Welt, wenn nicht geistig zugrunde läge Verzicht oder Resignation. Überall, wo Wasser ist in der Welt, ist Götterverzicht! Ebenso wahr wie Wärme eine Illusion ist, und wie dahinter das Opfer ist, wie Gas oder Luft eine Illusion ist, und dahinter die schenkende Tugend ist, so ist das Wasser als Substanz, als äußere Wirklichkeit nur eine sinnliche Illusion, ein Spiegelbild, und was im Wahrhaftigen davon existiert, ist Resignation irgendwelcher Wesenheiten auf das, was sie von anderen Wesenheiten erhalten. Man möchte sagen, es kann nur Wasser in der Welt rieseln, wenn zugrunde liegt Resignation. Nun wissen wir, daß, während die Sonne zum Monde fortschritt, die Luftverhältnisse sich verdichteten zu den Wasserverhältnissen, Wasser entsteht erst auf dem Monde, auf der Sonne gab es noch kein Wasser. Was wir während der alten Sonnenentwickelung als sich ballende Wolkenmassen sehen, das gerinnt, indem es sich ineinanderdrängt zu einem Dichteren, zum Wasser, das auf dem Monde auftritt, zum Mondenmeere.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"Dritter Vortrag","site_heading":null,"date":"1911-11-14","location":null,"word_count":351,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/132/1911-11-14/p020","alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["English"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/132/1911-11-14/p020"},{"lang":"en","edition":"English","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/132/1911-11-14/p020"}],"record":{"record_type":"unknown","scope":"volume","note":"How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.","evidence":null,"evidence_translation":null,"evidence_source":null},"also_served_as":{"lectures":["1911-11-14_02"],"note":"The identical text is also served under the loci listed here. They are the SAME witness under different ids, not independent attestations: do not cite two of them as corroborating each other."}}