Dritter Vortrag

GA 132/1911-11-14/p021 ·1911-11-14 · original (original)
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Wenn wir dies ins Auge fassen, wird es uns immerhin möglich sein, eine Frage, die aufgeworfen werden kann, zu begreifen. Aus der Resignation wird Wasser; Wasser ist eigentlich in Wahrheit Resignation. Wir bekommen also einen geistigen Begriff ganz sonderbarer Art für das, was das Wasser eigentlich ist. Aber wir können die Frage aufwerfen: Es ist doch ein gewisser Unterschied zwischen dem Zustande, der eingetreten wäre, wenn die Cherubim nicht resigniert hätten, und zwischen dem Zustande, der nun dadurch eingetreten ist, daß sie resigniert haben? Drückt sich dieser Unterschied in irgendeiner Weise aus? — Ja, das tut er. Er drückt sich nämlich dadurch aus, daß nunmehr während der Mondenverhältnisse deutlich die Folgen jener Resignation auftreten. Wenn nämlich diese Resignation nicht eingetreten wäre, wenn die betreffenden verzichtenden Cherubim das ihnen gebrachte Opfer angenommen hätten, so hätten sie — jetzt bildlich gesprochen — den Opferrauch in ihrer eigenen Substanz drinnen gehabt; was sie selber getan hätten, das hätte sich in dem Opferrauch zum Ausdruck gebracht. Nehmen wir an, diese Cherubim hätten dieses oder jenes vollzogen. Dann wäre es erschienen, äußerlich ausgedrückt, durch die sich verändernden Wolken der Luft, das heißt, in der äußeren Gestalt der Luft würde sich ausgedrückt haben, was die nicht resignierenden Cherubim mit der Opfersubstanz gemacht hätten. Nun aber haben sie dieselbe zurückgewiesen und sind dadurch allerdings aus der Sterblichkeit in die Unsterblichkeit, aus der Vergänglichkeit in die Dauer übergegangen. Aber die Opfersubstanz ist zunächst da, sie ist sozusagen entlassen aus den Kräften, die sie sonst aufgenommen hätten, und braucht jetzt nicht zu folgen den Antrieben, den Impulsen der Cherubim, denn diese haben sie entlassen, haben sie zurückgewiesen. Was geschieht nun mit dieser Opfersubstanz? — Es geschieht das, daß andere Wesen sich ihrer bemächtigen, die dadurch, daß sie jetzt diese Opfersubstanz nicht in den Cherubim haben, von den Cherubim unabhängig werden, selbständige Wesen werden, die neben den Cherubim da sind, während sie sonst dirigiert würden von den Cherubim, wenn diese die Opfersubstanz aufgenommen hätten. Darauf beruht die Möglichkeit, daß das Gegenteil von Resignation eintritt: daß Wesenheiten die ausgeflossene Opfersubstanz an sich heranziehen und in ihr handeln. Und das sind die Wesenheiten, die zurückbleiben, so daß das Zurückbleiben eine Folge der Resignation der Cherubim ist. Die Cherubim liefern durch das, worauf sie resignieren, den zurückbleibenden Wesenheiten selbst erst die Möglichkeit zum Zurückbleiben. Dadurch, daß ein Opfer abgewiesen wird, können andere Wesenheiten, die nicht resignieren, die den Wünschen und Begierden sich hingeben und ihre Wünsche zum Ausdruck bringen, sich des Gegenstandes des Opfers, der Opfersubstanz, _ bemächtigen und sind damit in der Möglichkeit, als selbständige Wesenheiten neben die anderen Wesen hinzutreten.

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Cite: GA 132/1911-11-14/p021 · edition original