Dritter Vortrag

GA 132/1911-11-14/p028 ·1911-11-14 · original (original)
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Die unterbewußte Kunst hat ihre Vergangenheit und mit ihrer Vergangenheit ein Ende erreicht. Die Kunst, welche sich von der Geisteswissenschaft inspirieren läßt, steht im Beginn, im Anfang der Entwicke lung. Das ist die Kunst der Zukunft. So wahr es ist, daß der alte “ Künstler nicht zu wissen brauchte, was den Kunstwerken zugrunde liegt, so wahr ist es, daß es der zukünftige Künstler wissen muß, aber mit jenen Kräften, die wieder eine Art des Unendlichen darstellen, die wieder etwas aus dem Vollinhaltlichen der Seele darstellen. Denn der hat nicht die Geisteswissenschaft, der sie wieder zu einer Verstandeswissenschaft macht, der sie in Schemen und Paradigmen ausdrückt, sondern der hat sie, der bei jedem Begriff, den wir entwickeln - Opfer, schenkende Tugend, Resignation —, der bei jedem Worte etwas empfinden kann, was das Wort, was die Idee selbst zersprengen will, was höchstens in die Vieldeutigkeit der Bilder ausfließen kann.

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Cite: GA 132/1911-11-14/p028 · edition original