{"corpus":"steiner","locus":"GA 133/1912-05-02/p025","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"text":"Da ist es interessant, wenn wir eine Erscheinung hervorheben wollen, die ich leicht ins Hundertfache vermehren könnte, weil sie uns entgegentritt bei allen Geistern, die den Gang der Menschheitsentwickelung auf sich haben wirken lassen und dabei ein Gefühl bekamen, was das rhythmische Wiederholen, was die rhythmische Wiederkehr der Ereignisse ist. Auf eines sei hingewiesen, um zu zeigen, wie dieser Gedanke Platz greift, aber zugleich in der Seele etwas auftreibt, obwohl der Betreffende noch nicht moderner Theosoph sein konnte. Denn die Erscheinung, die ich erzähle, ist in einem künstlerischen Werke aus dem Jahre 1835 enthalten. Er konnte es noch nicht wissen, wie sich die Zukunft der Menschheitsentwickelung im Sinne der Geisteswissenschaft darstellt. Dennoch quillt ihm etwas auf, was wie ein Traum ist, was sich ihm ergibt als Menschheitszukunftsperspektive, was sich gründet auf die Betrachtung der Wiederholung der menschlichen Erscheinung. Es ist der deutsch-österreichische Dichter Anastasius Grün, den ich meine; er hat im Jahre 1835 seine Dichtung «Schutt» veröffentlicht, in der sich eine Darstellung findet, wo er durch fünf Wiederkehrungen eine Erscheinung verfolgt: das Wiederkehren in gewissem Rhythmus der geistigen Botschaft, die in der Menschheit wirkt. Anastasius Grün weist darauf hin, wie der Christus jedes Jahr am ersten Ostertage geistig wieder besucht den Ölberg, um alle die Stätten zu sehen, an denen er gelebt und gelitten hat. Von fünf solchen Wiederkehrungen, von denen vier in der Vergangenheit liegen und die fünfte in der Zukunft spielt, redet Grün in seiner Dichtung «Schutt». Die erste spielt in der Zeit, nachdem Jerusalem zerstört ist. Die zweite, so meint er, ereignet sich, «da der Christus anschaut, wie die Kreuzfahrer Jerusalem erobert haben», und hinunterschaut, wie es zugeht an den Stätten, die er einstmals betreten hat. Die dritte Wiederkehr fällt in die Zeit, da der Islam seine Macht über Jerusalem ausbreitet, die vierte in jene Zeit, da die Menschheit in allerlei Sekten gespalten ist und sich kämpfend verhält in bezug auf das, was von dem Christus ausgegangen ist.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"Fünfter Vortrag","site_heading":null,"date":"1912-05-02","location":null,"word_count":321,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/133/1912-05-02/p025","alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["English"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/133/1912-05-02/p025"},{"lang":"en","edition":"English","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/133/1912-05-02/p025"}],"record":{"record_type":"unknown","scope":"volume","note":"How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.","evidence":null,"evidence_translation":null,"evidence_source":null}}