Sechster Vortrag

GA 133/1912-05-14/p012 ·1912-05-14 · original (original)
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Auf ein Drittes, wodurch der Mensch über das, was er zunächst im physischen Leibe ist, hinauskommt, haben wir auch schon aufmerksam gemacht. Es ist das Gewissen. Im gewöhnlichen Leben wird der Mensch dieses oder jenes begehren, was seinen Trieben oder Bedürfnissen entspricht, wird dem nachgehen, was ihm sympathisch ist, wird das von sich wegstoßen, was ihm antipathisch ist. Wenn der Mensch so handelt, wird er gar manches tun, wovon er sich dann selber eine Kritik abringt, indem sein Gewissen, die Stimme des Gewissens über ihn kommt, ihn sozusagen korrigiert. Von dieser Stimme des Gewissens hängt es auch ab, je nachdem sie so oder so spricht, ob der Mensch letzten Endes zufrieden sein darf mit dem, was er tut, oder nicht damit zufrieden sein darf. Damit aber ist bezeugt, daß der Mensch in dem Gewissen wieder etwas hat, wodurch er über die Sphäre dessen, was er in seinen Trieben und so weiter als sympathisch oder antipathisch empfindet, hinausgeht.

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Cite: GA 133/1912-05-14/p012 · edition original