{"corpus":"steiner","locus":"GA 137/1912-06-08/p014","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"text":"Fassen Sie einmal diesen Gedanken ins Auge. Nehmen wir an, wir haben es zu tun mit diesem eigentümlichen Rückenmark, das wir eigentlich bloß als ein stabförmiges, in die Länge gezogenes dünnes Gehirn empfinden können, wie wir anderseits auch das Gehirn empfinden können als ein Rückenmark, das in entsprechender Weise aufgeblasen ist. Denken Sie sich, damit wir das Rückenmark so recht wie eine Art Gehirn betrachten können, den Menschen einmal in einer Weltposition, wie die Tiere sie heute noch haben: denken Sie sich sein Rückgrat nicht vertikal aufgerichtet, sondern parallel mit der Erdoberfläche. Dann würden Sie ein Gehirn haben, das einfach auseinandergezerrt, stabförmig gemacht worden ist. Und jetzt betrachten Sie einmal den Menschen so, wie er dann vor Ihnen steht, parallel zur Erdoberfläche, den Rücken horizontal gegen den Weltenraum, so daß tatsächlich das Rückenmark in der Weltlage wie eine Art Gehirn gelten kann. Da tritt uns etwas ganz Merk würdiges entgegen, nämlich die Tatsache, daß wir auch links und rechts Ansätze haben, die sich allerdings sehr unterscheiden von den beiderseitigen Armansätzen. Aber denken Sie sich einmal den Zustand, daß der Mensch es in seiner Symmetrie noch nicht so weit gebracht hätte, wie es heute ist, so daß die zwei Arme nahezu gleich sind, sondern denken Sie sich, daß der eine Arm eine besondere Ausbildung erfahren hätte, die ihn sehr unterscheiden würde von dem anderen Arme. In der heutigen Zeit ist es zwar so, daß man in der unverständigsten Weise die Rechtshändigkeit beseitigen und die Links- und Rechtshändigkeit ausbilden will. Denken Sie sich aber, es wüchse sich der andere Arm zu einem ganz anderen Organe aus; dann werden Sie es nicht mehr so absurd finden, wenn auf die zwei anderen Ansätze, die wir haben, hingewiesen wird.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"Sechster Vortrag","site_heading":null,"date":"1912-06-08","location":null,"word_count":284,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/137/1912-06-08/p014","alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["English"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/137/1912-06-08/p014"},{"lang":"en","edition":"English","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/137/1912-06-08/p014"}],"record":{"record_type":"unknown","scope":"volume","note":"How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.","evidence":null,"evidence_translation":null,"evidence_source":null}}