{"corpus":"steiner","locus":"GA 137/1912-06-08/p037","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"text":"Nunmehr kommen wir dazu, etwas zu besprechen, was notwendigerweise von der heutigen Wissenschaft mißverstanden werden muß. Wir haben nämlich jetzt gleichsam eine sechsgliedrige Natur des Menschen betrachtet; wir haben den Menschen von unten nach oben betrachtet und sechs Glieder von ihm gefunden. Wir haben die anderen beiden Menschen betrachtet; den ersten siebengliedrigen und den zweiten siebengliedrigen Menschen, indem wir ausgegangen sind, um gleichsam einen Stützpunkt zu haben, von dem jeweiligen Gehirn. Indem wir den Kopf betrachtet haben, sind wir von dem Gehirn ausgegangen, und das hat uns nach den Armen und Händen geführt. Wir haben dann das zweite Gehirn ins Auge gefaßt, jenes Gehirn, das wie ein langgezogener Stab, sonst aber ganz Gehirn ist, das Rückenmark. Ich habe schon darauf aufmerksam gemacht, daß dieses Rückenmark sich scheinbar durch ein weniges, aber in Wahrheit durch vieles unterscheidet von dem gewöhnlichen Kopfgehirn. Das Rückenmark ist nämlich das Instrument für alle diejenigen Bewegungen, die der Mensch ausführen muß und die wir die unwillkürlichen Bewegungen des Organismus nennen. Alle Arten von unwillkürlichen Bewegungen, alles, was überhaupt unwillkürlich ausgeführt wird, wird von dem Rückenmark beherrscht. Bei dem Gehirn, wenn wir uns seiner als Werkzeug bedienen, schieben sich zwischen Wahrnehmung und Bewegung die Gedanken hinein, während alles Gedankliche, was beim Gehirn dazwischen ist, beim Rückenmark wegfällt. Da folgt auf die Wahrnehmung unmittelbar die Bewegung, die Außerung des Menschen. Bei dem Tiere spielt das Rückenmark eine größere Rolle als beim Menschen, und das Gehirn eine geringere. Deshalb vollzieht die Mehrzahl der Tiere die Verrichtungen unwillkürlich. Der Mensch aber schiebt durch das aufgeblasene Gehirn, zwischen die Wahrnehmung und die Bewegung, das Denken hinein, und deshalb erscheinen seine Taten willkürlich.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"Sechster Vortrag","site_heading":null,"date":"1912-06-08","location":null,"word_count":271,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/137/1912-06-08/p037","alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["English"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/137/1912-06-08/p037"},{"lang":"en","edition":"English","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/137/1912-06-08/p037"}],"record":{"record_type":"unknown","scope":"volume","note":"How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.","evidence":null,"evidence_translation":null,"evidence_source":null}}