Achter Vortrag
Die okkulten Erkenntnisse sind — verzeihen Sie diesen Satz, er muß aber einmal ausgesprochen werden — wahrhaft kein Kinderspiel; und wer an sie mit der Meinung herangeht, in ihnen so etwas wie gleichgültige Theorien zu bekommen, wenn auch nicht für das Leben gleichgültig, aber doch solche Theorien, gegenüber denen man nur den Verstand engagiert, der wird sich in den meisten Fällen in einem erheblichen Irrtum befinden. Wir haben scheinbar etwas recht Äußerliches betrachtet: die menschliche Gestalt; aber ich habe Ihnen schon gesagt, daß von dieser Gestalt, so wie wir sie als dreigliedrigen Menschen vor uns hingestellt haben, doch der okkultistische Aspirant ausgehen muß. Er muß in den meisten Fällen von den Empfindungen und Gefühlen, von den Seelenimpressionen ausgehen, die sich ihm ergeben aus der Betrachtung der menschlichen Gestalt, weil er dadurch seinen Ausgangspunkt nehmen kann von etwas, was gewissermaßen am unabhängigsten von dem inneren Leben ist.
Cite:
GA 137/1912-06-10/p003 · edition original