{"corpus":"steiner","locus":"GA 137/1912-06-10/p004","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"text":"Sehen Sie, möglich ist es durchaus und auch sogar in gewissen Fällen wünschenswert, daß nicht nur die 'Theosophen, sondern auch die Okkultisten mehr von dem inneren Seelenerleben ausgehen. Dann aber liegt immer eine Art von Hindernis vor, welches einen sozusagen nicht zurechtkommen läßt. Sie wissen ja aus anderen Vorträgen, daß an dem Aufbau unseres inneren Menschen nicht nur durch alles dasjenige, was dem Menschen schon gegeben war, als die Erde ihre Entwickelung begann, sondern auch in vielen Inkarnationen auf der Erde geistige Wesen und Kräfte mitgearbeitet haben. An dem Aufbau dieses inneren Menschen haben seit Ururzeiten in der Erde mitgearbeitet die luziferischen und die ahrimanischen Kräfte. Wenn Sie das in Erwägung ziehen, dann werden Sie sich leicht sagen können — was auch durchaus wahr ist —, daß es etwas Unsicheres ist, wenn man von dem inneren Menschen ausgeht, so ohne weiteres freizukommen von den Iuziferischen und ahrimanischen Kräften, nicht verstrickt zu werden in das, was man in seine okkulten Anschauungen hineinbekommen kann. Da kann sich vieles, vieles, ohne daß man es merkt, von luziferischen und ahrimanischen Kräften eindrängen, in die Seele hineinmischen. Denn man glaubt von vielen Dingen, sie seien außerordentlich gute Seeleninhalte, und sie sind es nicht, weil sie in irgendeiner Weise vermischt sind mit Kräften, die Ahriman und Luzifer auf den Menschen ausgeübt haben. Am sichersten bleibt deshalb für den okkultistischen Aspiranten, von der menschlichen Gestalt auszugehen. Auf diese menschliche Gestalt hat am allerwenigsten dasjenige Einfluß genommen, was man luziferische und ahrimanische Kräfte nennen kann. «Am allerwenigsten», ich bitte dieses wohl ins Auge zu fassen, denn es hat auch Einfluß gewonnen, aber eben am wenigsten. Auf das innere Seelenleben wurde ein viel größerer Einfluß ausgeübt, so daß in der Tat die menschliche Gestalt immer noch der gesündeste Ausgangspunkt bleibt für den okkultistischen Aspiranten, wenn er sich dabei an den uralten okkultistischen Satz hält, daß der Mensch in bezug auf seine Gestalt ein Bild der Gottheit ist. Der Aspirant tut gut, von diesem Punkt auszugehen, denn er knüpft an Göttliches an; er wählt von dem Ebenbilde der Gottheit seinen Ausgangspunkt, und das ist außerordentlich gut, außerordentlich wichtig.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"Achter Vortrag","site_heading":null,"date":"1912-06-10","location":null,"word_count":348,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/137/1912-06-10/p004","alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["English"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/137/1912-06-10/p004"},{"lang":"en","edition":"English","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/137/1912-06-10/p004","paragraph_aligned":true}],"record":{"record_type":"unknown","scope":"volume","note":"How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.","evidence":null,"evidence_translation":null,"evidence_source":null}}