Achter Vortrag
Das ist außerordentlich wichtig, und es kann nicht genug betont werden, daß dieses so außerordentlich wichtig ist; denn der größte Fehler, den man in der Tat machen kann, ist der, wenn man übersieht, was jetzt ausgesprochen worden ist, und wenn man von einer Christus-Initiation nicht in dem Sinne spricht, wie es in dem Zyklus «Vor dem Tore der Theosophie» oder in den Vorträgen über das Johannes-Evangelium dargestellt wurde, sondern so, daß man das Christus-Leben in die Form einer Initiationserzählung kleidet. Dadurch würde man jeder vernünftigen Interpretation der Evangelien von vornherein widersprechen. Der Nerv der Evangelien würde damit ganz und gar nicht getroffen sein, und es würde auch nicht getroffen sein das, was der Okkultismus über dieses Christus-Leben zu sagen hat. Halten wir uns das nur ja recht vor Augen, daß wenn wir von anderen Religionsstiftern sprechen, wir so sprechen müssen, daß sie Initiierte geworden sind und daß wir Gründe haben, ihr Leben so zu fassen, daß wir die Initiation zu ihrem Leben hinzurechnen; daß wir aber das Christus-Leben so darzustellen haben, daß in dieses Christus-Leben, während es auf der Erde verläuft, trotzdem es die göttlichen Offenbarungen zu machen hat, nicht hereinleuchtet irgend etwas, was selber ein Initiationsvorgang wäre.
Cite:
GA 137/1912-06-10/p036 · edition original