Fünfter Vortrag
Gestern versuchte ich mit Worten, die nun einmal für solche Dinge möglich sind, zu charakterisieren den Unterschied des Herausrükkens aus dem physischen Leibe zu dem Erleben, dem Erfühlen im ätherischen oder elementarischen Leibe und im astralischen Leibe. Und ich bemerkte, daß das Erleben so verläuft, daß das Sich-Hineinleben in den elementarischen oder ätherischen Leib sich ausnimmt wie eine Art Hinausfließen in die Weiten der Welt, wobei man das Bewußtsein durchaus behält, daß man von einem Mittelpunkte, nämlich von seiner eigenen Leiblichkeit, nach allen Seiten ins Unbegrenzte ausströmt. Das Erleben aber im astralischen Leibe stellt sich so dar, daß es sich wie ein Aus-sich-Herausspringen und Hineinspringen in den astralischen Leib ausnimmt, so daß man sich wirklich jetzt erst erlebend fühlt so außerhalb seines physischen Leibes, daß man alles, was man war im physischen Leibe, was man «sich selbst» nennt im physischen Leibe, wie etwas empfindet, was man außer sich hat, wie ein Außer-sich-Seiendes. In einem anderen ist man drinnen. Ich habe schon gestern darauf hingedeutet, daß die Welt, der man sich dann gegenüber befindet, die Bezeichnung des Geisterlandes tragen muß in Gemäßheit zum Beispiel meiner «Theosophie». Man könnte auch sagen, es sei der niedere Mentalplan, denn es wäre unrichtig zu glauben, daß, wenn man in richtiger, selbstloser Weise dazu gelangt, im astralischen Leibe zu leben, man dann in dem wäre, was man gewöhnlich die astralische Welt nennt, indem man mit diesem Worte etwas Niedriges verbindet. Nun ist der Unterschied gegenüber dem Leben, Beobachten und Erfahren im Sinnensein und dem Erfahren in dem astralischen Leibe gegenüber dem Geisterlande durchaus verschieden, ganz gewaltig verschieden. Denn im Sinnensein stehen wir gegenüber Stoffen, Kräften, Dingen, Vorgängen und so weiter. Wir stehen auch Wesen gegenüber im Sinnensein, stehen ja vor allen Dingen außer den Wesen der anderen Naturreiche - sofern wir berechtigt sind, sie so zu nennen - unseren eigenen Mitmenschen gegenüber. Wir stehen im Sinnensein diesen anderen Wesenheiten so gegenüber, daß wir wissen, diese Wesenheiten nehmen in sich auf die Stoffe und Kräfte der Welt eben des Sinnenseins, durchdringen sich damit und leben dadurch mit dem Leben, welches verläuft in den Naturgesetzen und durch die Naturkräfte der äußeren Welt. Kurz, wir müssen unterscheiden im Sinnensein zwischen dem Naturverlauf und den Wesenheiten, die sich innerhalb dieses Naturverlaufes ausleben und sich mit den Stoffen und Kräften desselben durchdringen. Wir haben den Naturverlauf und die Wesenheiten.
Cite:
GA 138/1912-08-29/p003 · edition original