{"corpus":"steiner","locus":"GA 138/1912-08-29/p006","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"text":"Was ich Ihnen hier beschrieben habe, kann aber auch nicht nur zum Beispiel mitten aus dem Tagesleben heraus auftreten, daß es so kommt wie ein Eintreten in die geistige Welt, wenn man die entsprechenden Schritte zur Initiation gemacht hat, sondern es kann auch noch anders auftreten. Ob es in der einen oder anderen Weise auftritt, das hängt im Grunde genommen von dem Karma des einzelnen Menschen ab, hängt von der ganzen Art seiner Veranlagung ab. Man kann nicht sagen, daß die eine Art des Auftretens besser oder weniger gut wäre als die andere; es kann das eine und das andere vorkommen. Es kann mitten aus dem Tagesleben heraus der Mensch sich wie hineingezogen fühlen in die geistige Welt, aber es kann auch so auftreten, daß er eine andere Art des Erlebens gegenüber dem Schlafe bekommt. Das gewöhnliche Erleben gegenüber dem Schlafe ist ja so, daß der Mensch mit dem Eintreten in den Schlaf bewußtlos wird, daß er mit dem Aufwachen sein Bewußtsein wiedergewinnt, und daß er dann im Tagesleben - mit Ausnahme der Erinnerung an die Träume - nicht eine Erinnerung an das Schlafleben hat; er erlebt es bewußtlos. Es kann nun auch das für die ersten Schritte der Initiation auftreten, daß sich etwas anderes in dem Schlafleben ausbreitet, so daß zunächst eine andere Art des Einschlafens eintritt. Man erlebt eine andere Art des Bewußtseins mit dem Eintritt in das Schlafleben. Die dauert, mehr oder weniger von bewußtlosen Zeiten unterbrochen, verschieden lange, je nachdem der Mensch weiter fortgeschritten ist, aber dann, wenn es gegen den Morgen zugeht, erlischt sie wieder. Und in der ersten Zeit nach dem Einschlafen tritt das ein, was man nennen kann eine Erinnerung an sein moralisches Verhalten, an seine Seelenqualitäten. Diese Erinnerung ist besonders stark nach dem Einschlafen und nimmt immer mehr und mehr ab, je weiter es dem Aufwachen zugeht.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"Fünfter Vortrag","site_heading":null,"date":"1912-08-29","location":null,"word_count":305,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/138/1912-08-29/p006","alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["English"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/138/1912-08-29/p006"},{"lang":"en","edition":"English","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/138/1912-08-29/p006"}],"record":{"record_type":"unknown","scope":"volume","note":"How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.","evidence":null,"evidence_translation":null,"evidence_source":null}}