Fünfter Vortrag

GA 138/1912-08-29/p008 ·1912-08-29 · original (original)
Record: unknown. How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.

Nehmen Sie an, Sie setzen sich irgendwo nieder und nehmen sich vor, nicht über dieses oder jenes mühevoll nachzudenken, sondern Sie wollen zunächst eigentlich über gar nichts Besonderes denken. Wie unhervorgerufen erhebe sich in Ihnen irgendein Gedanke, an den Sie zunächst nicht gedacht haben. Er nimmt Ihre Seele so in Anspruch, daß er sie erfüllt, so daß Sie zu dem Gefühl kommen können: Sie können diesen Gedanken gar nicht mehr unterscheiden von sich selbst, Sie seien ganz eins mit dem Gedanken, der da aufgetaucht ist. Wenn Sie das Gefühl haben, der Gedanke lebt und zieht Ihre Seele mit sich, die ist mit ihm verbunden; und man könnte ebensogut sagen, der Gedanke ist in der Seele wie die Seele im Gedanken -, so ist das etwas Ähnliches im Sinnensein, wie man sich bekannt macht und benimmt mit den Wesenheiten der höheren Hierarchien. Die Worte «man ist neben ihnen, man ist außer ihnen» verlieren allen Sinn. Man ist zit ihnen, wie die Gedanken mit einem leben, aber nicht so, daß man sagen kann: die Gedanken leben in einem -, sondern, daß man sagen muß: der Gedanke denkt sich in einem. - Sie erleben sich, und man erlebt das Erleben der Wesenheiten mit. Man ist drinnen in den Wesenheiten, man ist eins mit ihnen, so daß man sein ganzes Wesen in der Sphäre, in der die Wesenheiten leben, ausgegossen hat und man ihr Sein miterlebt, indem man ganz genau weiß, sie erleben sich darinnen.

Read this passage in another edition
DEoriginalENEnglish
Raw JSON: /v1/steiner/de/ga/138/1912-08-29/p008.json
Cite: GA 138/1912-08-29/p008 · edition original