{"corpus":"steiner","locus":"GA 138/1912-08-29/p010","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"text":"Nun aber verbindet sich mit dem, was so als ein geistiges Erleben geschildert worden ist, etwas anderes. Es verbindet sich damit ein gewisses Grundgefühl, das eigentlich wie eine Art realen Ergebnisses aller einzelnen Erlebnisse in der Seele sitzt. Es ist ein Grundgefühl, das ich Ihnen vielleicht an seinem Gegensatz darstellen kann. Genau entgegengesetzt diesem Grundgefühl, das man da erlebt, ist in der Sinneswelt das, was man erlebt, wenn man an irgendeinem Orte steht und sich ansieht, was ringsherum ist. Denken Sie sich, es stände jemand in der Mitte des Saales und sähe alles, was hier ist. Da würde er sagen: hier ist der Mensch, dort jener Mensch und so weiter. Das wäre sein Verhältnis zur Umwelt. Das ist aber das Gegenteil der Grundstimmung, die man in der eben charakterisierten Welt hat. Da kann man nicht sagen: ich bin hier, dort ist dieses Wesen, dort jenes -, sondern da muß man sagen: ich bin dieses Wesen. Denn tatsächlich ist das eine wahre Empfindung. Was ich eben für alle einzelnen Wesenheiten gesagt habe, das empfindet man auch der Gesamtheit der Welt gegenüber. Man ist eigentlich alles selber. Dieses In-dem-Wesen-Sein breitet sich aus über die ganze Seelenstimmung. Diese Seelenstimmung ist in der Tat da, wenn bewußt die Zeit vom Einschlafen bis zum Aufwachen erlebt wird. Da kann man gar nicht beim bewußten Erleben sich anders fühlen als sich ausgegossen über alles, was man erlebt, sich in allem drinnen, bis ans Ende der Welt, die man überhaupt noch wahrnehmen kann.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"Fünfter Vortrag","site_heading":null,"date":"1912-08-29","location":null,"word_count":246,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/138/1912-08-29/p010","alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["English"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/138/1912-08-29/p010"},{"lang":"en","edition":"English","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/138/1912-08-29/p010","paragraph_aligned":true}],"record":{"record_type":"unknown","scope":"volume","note":"How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.","evidence":null,"evidence_translation":null,"evidence_source":null}}