Fünfter Vortrag

GA 138/1912-08-29/p015 ·1912-08-29 · original (original)
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Dieses Gefühl der Zeitlosigkeit, des Zyklischen tritt also auf der entsprechenden Stufe des Hellsehens oder beim bewußten Durchleben des Schlaflebens auf. Aber dies vermischt sich mit einer gewissen Sehnsucht. Die Sehnsucht tritt dadurch hervor, daß man nie bei diesem Erleben in der höheren Welt eigentlich in Ruhe ist, man fühlt sich überall in der Kreisbewegung drinnen, fühlt sich immer bewegt, macht nie irgendwo halt. Und die Sehnsucht, die man hat, ist, irgendwo haltmachen zu können, irgendwo in die Zeit hineintreten zu können! Genau, möchte ich sagen, das Umgekehrte von dem, was man im Sinnensein erlebt. In diesem fühlt man sich immer in der Zeit und hat die Sehnsucht nach der Ewigkeit. In der Welt, von der ich gesprochen habe, fühlt man in der Ewigkeit und hat die einzige Sehnsucht: Wenn doch irgendwo die Welt stille stände und irgendwo in das Zeitensein einrückte! Das ist das, was man als ein Grundgefühl kennenlernt: die immerwährende Beweglichkeit im All und die Sehnsucht nach der Zeit, das Erleben in dem immerwährenden, sich selber für immer garantierenden Werden - und die Sehnsucht: Ach, könnte man doch irgendwo auch einmal irgendwie vergehen!

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