Fünfter Vortrag

GA 138/1912-08-29/p028 ·1912-08-29 · original (original)
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Damit haben wir versucht, ein gewisses Licht zu werfen auf die Begriffe Zeitlichkeit, Vergänglichkeit, Augenblick und Ewigkeit auf der einen Seite, Sterblichkeit und Unsterblichkeit auf der andern Seite. Und es haben sich zusammengebunden die Begriffe Vergänglichkeit und Zeitlichkeit mit dem luziferischen Prinzip. Mit dem Christus-Prinzip werden sich uns Begriffe wie Ewigkeit, Unsterblichkeit zusammenfügen. Es könnte jemand glauben, daß dies im allermindesten wenigstens irgendeine Geringwertung des luziferischen Prinzips sein könnte, eine Abweisung unter allen Umständen, indem bei dem Luziferischen auf das Zeitliche, Vergänglichere, auf das Konzentriertsein auf einen Punkt hingewiesen wird. Für heute möchte ich das eine nur sagen, daß man nicht unter allen Umständen recht hat, den Lichtträger als etwas zu betrachten, vor dem man sich zu fürchten hätte, daß man Luzifer abzuweisen hat als etwas, von dem man unter allen Umständen loskommen soll. Wenn man das tut, bedenkt man nicht, daß der wahre Okkultismus lehrt, daß es ein ähnliches Gefühl gibt hier in der Sinneswelt wie in der übersinnlichen Welt. Im Sinnensein fühlt der Mensch: Ich lebe im Zeitlichen und sehne mich nach der Ewigkeit; ich lebe im Augenblick und begehre die Ewigkeit. Im Geistigen gibt es das Gefühl: Ich lebe im Ewigen und sehne mich nach dem Augenblick. Und verfolgen Sie jetzt die Mitteilungen aus der Akasha-Chronik. Ist nicht in der alten Zeit, die wir oft als die lemurische bezeichnet haben, das Mensch-Werden eine Art Übergang aus einem solchen Zustande, wie wir ihn im Schlafe haben, in die Zustände des Wachens? Verfolgen Sie genau, was in der lemurischen Zeit geschehen ist, und Sie können sich sagen: Indem der Mensch einen Übergang durchmachte aus einem geistigen Schlafzustand in die wachen Erdenzustände, ging die ganze Evolution damals vom Geistigen in das Sinnliche über. Da ist ein Übergang, und unser jetziges Sinnensein bekommt erst einen Sinn seit der lemurischen Zeit. Und überlegen Sie sich, ob es so unnatürlich ist, daß der Mensch, als er aus der höheren Welt herausschlüpfte, um von dem Luziferischen ergriffen zu sein, etwas mitnahm wie eine Sehnsucht nach dem Ewigen! Dann haben Sie in bezug auf das Luziferische eine Art Erinnerung an einen vorirdischen Zustand, eine Erinnerung an das, was der Mensch gehabt hat, bevor er in das Sinnensein kam, und was sich nicht hätte erhalten sollen: die Sehnsucht nach dem Augenblick, nach dem Zeitlichen. Inwiefern diese an der Gesamtevolution des Menschen beteiligt ist, davon morgen weiter.

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Cite: GA 138/1912-08-29/p028 · edition original