Sechster Vortrag

GA 138/1912-08-30/p008 ·1912-08-30 · original (original)
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Nehmen wir an, derjenige, der die ersten Schritte auf dem Wege zur Initiation durchgemacht hat, begegnet, weil er in seinem Seelenleben durch das Sich-Öffnen der Seelenaugen hellseherisch geworden ist, jener Gestalt, die wir als Luzifer in den übersinnlichen Welten bezeichnen. Als was konnten wir gestern diese Gestalt bezeichnen? Sie tritt der Seele als das entgegen, was immerzu bestrebt ist, das Ewige, das sonst in immerwährender Beweglichkeit und Veränderlichkeit ist, zur Beständigkeit, zum Zeitlichen, zum Augenblicklichen zu machen, so daß es als Individuelles sich erfreuen, groß werden könne. Und tritt man als Seele Luzifer in den übersinnlichen Welten entgegen, so erscheint er dort als der große Lichtträger, welcher einen gleichsam dazu führt - ja, wahrhaftig dazu führt, alle die Schätze, all das Wesenhafte, das da in den spirituellen Welten ist, herunterzutragen in die Sinneswelt und in der Sinneswelt davon Abglanz und Offenbarung zu schaffen. Und folgt man Luzifer in den übersinnlichen Welten in diesem seinem Bestreben, dann wirkt man dazu, daß die urewige Weltaufgabe erfüllt werde, daß alles Unoffenbare offenbar werde, daß alles Ewige dem Augenblicke anvertraut werde, daß alles, was verfließt im unbestimmten Ewigen, in der innerlichen Größe des individuellen Augenblickes festgehalten werden könne.

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