{"corpus":"steiner","locus":"GA 138/1912-08-30/p016","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"text":"So sehen wir wieder, wie das, was von Ahriman ausgeht, absolut an sich - nicht gut und nicht böse genannt werden darf, sondern wie es gut oder böse wird je nachdem, wie sich der Mensch ihm unterstellt, je nachdem, wie der Mensch mit ihm in ein Verhältnis tritt. Daraus sehen wir aber überhaupt, wie oberflächlich leicht Beschreibungen werden können, welche den bequemen Fragen dienen möchten: wie ist Ahriman, wie ist Luzifer? Sprache, Antworten auf solche Fragen gibt es im Grunde genommen nicht in denjenigen Welten, wo solche Wesenheiten allein charakterisiert werden sollen: in den höheren Welten. So ist der Mensch eingesponnen in das Lebenslabyrinth. Sowohl Ahriman wie Luzifer wirken in das Lebenslabyrinth herein, und der Mensch hat den Weg zu suchen, um sich in der richtigen Weise zu solchen Mächten zu stellen. Das macht es gerade, daß wir uns entwickeln können, weil wir dadurch zu den Wesen der übersinnlichen Welten Verhältnisse suchen müssen. Und die Beziehungen zu der übersinnlichen Welt werden weniger durch eine nach dem Muster der Sinneserkenntnis angestrebte Erkenntnis erhalten, als dadurch, daß man sich im Sinne des Charakterisierten Beziehungen verschafft zu diesen übersinnlichen Wesenheiten. Deshalb muß der Mensch im Lebensdunkel sein, denn in dasselbe spielen die Wesenheiten herein, welche sowohl gut wie böse sein können, und gut oder böse in ihren Wirkungen werden können, je nachdem wir uns zu ihnen stellen. Das macht das Lebensdunkel aus. Das bewirkt es, daß Lebenslicht, Geisteslicht in dieses Lebensdunkel nur dadurch hereinleuchtet, daß wir zu den einzelnen Mächten der übersinnlichen Welt, die in unsere physische Welt hereinspielen, die richtigen Verhältnisse gewinnen, daß wir uns damit bekannt machen, daß sich unsere Vorstellungen und Begriffe wandeln müssen, wenn wir von den übersinnlichen Welten sprechen wollen. An einem anderen Beispiele möchte ich Ihnen noch vor die Seele führen, wie wir anders denken müssen, wenn wir die Beziehungen der Sinneswelt zu dem Übersinnlichen richtig finden wollen.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"Sechster Vortrag","site_heading":null,"date":"1912-08-30","location":null,"word_count":311,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/138/1912-08-30/p016","alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["English"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/138/1912-08-30/p016"},{"lang":"en","edition":"English","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/138/1912-08-30/p016","paragraph_aligned":true}],"record":{"record_type":"unknown","scope":"volume","note":"How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.","evidence":null,"evidence_translation":null,"evidence_source":null}}