Dritter Vortrag
Wir lesen in der Bibel, daß Elias gleichsam herausfordert die ganze Gefolgschaft und das ganze Volk des Königs Ahab, unter dem er lebt, daß er den Baalspriestern, seinen Gegnern, sich selbst gegenüberstellt; daß er gleichsam zwei Altäre einrichtet, die Baalspriester ihr Opfertier darauflegen läßt, darnach auf seinen Altar sein Opfertier legt und dann zeigt, wie nichtig alles das ist, was über die Baalspriester von seiner Gegnerschaft gesagt wird, weil nichts sich zeigt von spiritueller Größe bei dem Baalsgotte, während sich die Größe und Bedeutung des Jahve oder Jehova sogleich an dem Opfer des Elias zeigt. Es ist ein Sieg, den Elias gewinnt über die Anhänger des Baal. Dann wird merkwürdigerweise erzählt, wie Ahab einen Nachbarn hat, Naboth, der einen Weinberg besitzt, wie Ahab, der König, diesen Weinberg gewinnen will, Naboth sich ihn aber nicht abdingen läßt, weil er ihm heilig ist als das Erbe seiner Väter. Nun finden wir zwei Tatsachen in der Bibel. Auf der einen Seite wird uns erzählt, daß Isebel, die Königin, die Feindin wird des Elias und erklärt, daß sie dafür sorgen werde, daß Elias ebenso getötet werde, wie durch seinen Sieg auf dem Altar seine Gegner, die Baalspriester, getötet worden sind. Aber so, wie es die Bibel uns erzählt, tritt dieser Tod durch die Isebel nicht ein; dagegen tritt etwas anderes ein. Naboth, der Nachbar des Königs, wird zu einer Art von Bußfest berufen, zu dem die anderen Vornehmen des Staates berufen werden, und gelegentlich dieses Bußfestes wird er ermordet auf Anstiften der Isebel (1. Kön. 18-21).
Cite:
GA 139/1912-09-17/p005 · edition original