Dritter Vortrag
So steht Johannes der Täufer vor uns, und es ist gut, wenn wir ihn so fühlen beim Aufschlagen des Markus-Evangeliums, beim Lesen der ersten Worte und im Verfolg dann wieder im sechsten Kapitel. Die Bibel ist kein Buch, das wirken soll wie ein Buch der modernen Gelehrsamkeit, wo man sozusagen recht «klar» — so nennt man es nämlich den Leuten unter die Nase streicht, was sie lesen sollen. Die Bibel verbirgt manches, was sie an geheimnisvollen Tatsachen zu verkünden hat, hinter dem Kompositionellen, hinter dem grandiosen okkult Kompositionell-Künstlerischen. Und so verbirgt sie auch manches hinter diesem okkult Kompositionell-Künstlerischen gerade in bezug auf die Tatsache des Täufers. Ich darf Sie dabei auf eines aufmerksam machen, was Sie als Empfindungs-, als Gefühlswahrheit vielleicht bloß nehmen wollen, woraus Sie aber sehen können, daß, wenn man noch andere als Verstandeswahrheiten gelten läßt, es in der Bibel doch darinnensteht, wie sich der Geist oder die Seele des Elias zu dem Geist oder der Seele Johannes des Täufers verhält. Wollen wir einmal zusehen, inwiefern dies der Fall ist, und, so kurz als es geschehen kann, eine Stelle aus der Elias-Beschreibung des Alten Testamentes auf uns wirken lassen.
Cite:
GA 139/1912-09-17/p018 · edition original