Vierter Vortrag
Muß man nicht, wenn man diese zwei Bilder vor die Seele hinstellt, sich sagen: Zwei Entwickelungsströme der Menschheitsevolution stehen da vor uns, zwei Entwickelungsströme, die aber polarisch entgegengesetzt sind? Sie berühren sich in einer gewissen Weise wieder; aber sie berühren sich nur an den äußersten Enden. Man darf die Dinge nicht miteinander vermischen; man muß sie charakterisieren in ihrer Differenzierung und dann aufzeigen, wo immerhin doch eine höhere Einheit ist. Wenn man sich den Buddha einem Schüler gegenübergestellt denkt, so könnte man sagen: Er ist bemüht — Sie werden das aus den Buddha-Reden erkennen -, mit den erhabensten Worten in immer wiederkehrenden Wiederholungen - und die sind notwendig, man kann sie bei der Wiedergabe der Buddha-Reden nicht fortlassen - in der Seele des Jüngers das zu entzünden, was notwendig ist, um ihn hinaufzuführen zu den geistigen Welten mit Hilfe dessen, was er selbst erlebt hat unter dem Bodhibaum. Und so sind die Worte gewählt, daß sie alle klingen von dem Erdentrücktsein wie eine himmlische Kundgebung aus der himmlischen Welt von Lippen, die da sprechen unter dem unmittelbaren Eindruck, der in der Erleuchtung auftrat, und den sie wiedergeben wollen.
Cite:
GA 139/1912-09-18/p014 · edition original