Vierter Vortrag

GA 139/1912-09-18/p026 ·1912-09-18 · original (original)
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Stellen wir uns die Sache konkreter vor. Stellen wir uns vor, der alte Mensch vor vielen, vielen Jahrtausenden hätte seine Umwelt betrachtet. Es wäre ihm aufgefallen, daß da irgendein Lehrer gewesen wäre, der seinen Schülern etwas erklärt hätte. Da hätte sich der alte Mensch hingestellt und zugehört, was für Worte der Lehrer seinem Schüler sagte. Und wenn mehr Schüler dagewesen wären, hätte er zugehört, wie der eine recht inbrünstig die Worte aufnimmt; der andere nimmt sie auch auf, aber er läßt sie bald fallen; ein dritter ist so hingenommen von seinem Egoismus, daß er nicht hinhört. VerstandesmäBig vergleichen hätte der alte Mensch zum Beispiel drei solche Schüler nicht können. Aber wenn er in den Zwischenzuständen zwischen Wachen und Schlafen war, dann kam ihm das Ganze wieder als Bild vor die Seele. Dann hätte er zum Beispiel so etwas sehen können, wie ein Säemann geht, Saat ausstreut — das hätte er wirklich als hellseherisches Bild gesehen -: die eine Saat wirft er in guten Boden, da geht sie gut auf; die zweite Saat wirft er in schlechteren Boden, die dritte in steinigen Boden. Von dem, was in den zweiten Boden fiel, geht weniger auf, und von dem, was in den dritten Boden fiel, gar nichts. Der alte Mensch hätte nicht so gesagt wie der heutige Mensch: Der eine Schüler nimmt die Worte auf, der andere nimmt sie gar nicht auf und so weiter. Aber in den Zwischenzuständen zwischen Wachen und Schlafen sah er das Bild, da sah er die Erklärung. Und anders hätte er nie darüber gesprochen. Hätte man ihn gefragt, wie er sich das Verhältnis des Lehrers zu den Schülern erklärt, so hätte er sein hellseherisches ’Traumbild erzählt. Das war für ihn die Realität, aber auch die Erklärung der Sache. So hätte er gesprochen.

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Cite: GA 139/1912-09-18/p026 · edition original