Fünfter Vortrag

GA 139/1912-09-19/p018 ·1912-09-19 · original (original)
Record: unknown. How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.

So, wie wir heute sprechen, wenn wir etwas anderes im Auge haben, so spricht Krishna von dem, was er im Auge hat für seine Kultur. Wenn wir heute in unser eigenes Wesen hineinschauen, so erblicken wir zunächst das Ich, wie Sie es dargestellt finden in dem Buche «Wie erlangt man Erkenntnisse der höheren Welten?». Von diesem gewöhnlichen Ich unterscheiden wir noch das höhere, übersinnliche Ich, das im Sinnensein nicht auftritt, das aber so auftritt, daß es nicht nur in uns ist, sondern zugleich über die Wesenheit aller Dinge ergossen ist. Wenn wir also von unserm höheren Ich sprechen, von der im Menschen wohnenden höheren Wesenheit, so sprechen wir nicht von dem, wovon der Mensch gewöhnlich «Ich bin » sagt, obwohl es in unserer Sprache denselben Klang hat. In dem Munde des Krishna würde es nicht denselben Klang gehabt haben. Er spricht von der Menschenseelenwesenheit in dem Sinne der Auffassung der damaligen Zeit, wie wir heute vom Ich sprechen.

Read this passage in another edition
DEoriginalENEnglish
Raw JSON: /v1/steiner/de/ga/139/1912-09-19/p018.json
Cite: GA 139/1912-09-19/p018 · edition original