Fünfter Vortrag

GA 139/1912-09-19/p024 ·1912-09-19 · original (original)
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Nehmen wir an, es tritt vor uns ein Tier, das gelb ist, eine Mähne hat; dann nennen wir das Tier einen Löwen. Jetzt fangen wir an zu fragen: Was ist ein Löwe? Die Antwort ist: Ein Raubtier. Nun fragen wir weiter: Was ist ein Raubtier? Antwort: Ein Säugetier. Wir fragen weiter: Was ist ein Säugetier ? Antwort: Ein Lebewesen. Und so gehen wir weiter; wir beschreiben das eine durch das andere. Die meisten Menschen glauben recht klar zu sein, wenn sie in der Weise immer weiter fragen, wie es jetzt angedeutet ist für den Löwen, für das Säugetier, für das Tier usw. Wenn man über geistige Dinge spricht, auch über die höchsten geistigen Dinge, wird häufig in derselben Weise gefragt, wie man fragt: Was ist ein Löwe? Was ist ein Raubtier? usw. Und da, wo es eingeführt ist, daß Zettel abgegeben werden und am Ende der Vorträge Fragen beantwortet werden, wo dann oft die gleichen Fragen auf den Zetteln stehen, da geht ins Unzählbare zum Beispiel die Frage: Was ist Gott? oder: Was ist der Weltenanfang? oder: Was ist das Weltenende? Gar nichts anderes wollen eigentlich viele Menschen wissen als: Was ist Gott? Was ist der Weltenanfang? Was ist das Weltenende? Sie fragen darüber geradeso, wie man fragt: Was ist ein Löwe? und so weiter.

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Cite: GA 139/1912-09-19/p024 · edition original