Fünfter Vortrag

GA 139/1912-09-19/p034 ·1912-09-19 · original (original)
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Da kommt Buddha. Wie spricht er von dem, wovon Krishna gesprochen hat als von den Herrlichkeiten der Welt, zudenMenschenseelen, die nur um sich sehen, was Augen sehen, Ohren hören können ? Er spricht: Jawohl, ihr lebt in dieser Welt der Sinne. Da hinein hat euch der Drang geführt, der euch von Inkarnation zu Inkarnation treibt. Aber ich spreche euch von dem Wege, der euch aus dieser Welt herausführen kann und hineinführen kann in die Welt, von der Krishna gesprochen hat. Ich spreche euch von dem Wege, durch den ihr erlöst werdet von der Welt, die nicht die Welt des Krishna ist. - Wie das Heimweh nach der Welt des Krishna ertönte in den folgenden Jahrhunderten die Lehre des Buddha. Insofern erscheint uns Buddha als der letzte Nachfolger des Krishna, als der Nachfolger des Krishna, der da kommen mußte. Und wenn Buddha über den Krishna selber gesprochen hätte, wie hätte er über ihn sprechen können? So etwa, daß er gesagt hätte: Ich bin gekommen, um den Größeren, der vor mir war, euch wieder zu verkünden. Richtet den Sinn nach rückwärts zu dem größeren Krishna, und ihr werdet dasjenige sehen, was ihr erlangen könnt, wenn ihr die Welt verlaßt, in der ihr euch nicht mehr als in der wahren geistigen Heimat findet. Ich zeige euch die Wege der Erlösung aus der Sinneswelt. Ich führe euch zurück zu dem Krishna. - So hätte der Buddha sprechen können. Er hat nur nicht gerade diese Worte gebraucht. Aber er hat sie gesagt in einer etwas anderen Form, indem er sagte: «In der Welt, in der ihr lebt, ist Leiden, ist Leiden, ist Leiden. Geburt ist Leiden, Alter ist Leiden, Krankheit ist Leiden, Tod ist Leiden, nicht vereinigt sein mit dem, was man liebt, ist Leiden; vereinigt sein mit dem, was man nicht liebt, ist Leiden; verlangen, was man liebt, und es nicht erhalten können, ist Leiden.» Und als er den «achtgliedrigen Pfad» gab, war es eine Lehre, die nicht über das hinauskam, wovon Krishna gesprochen hat, weil es eine Lehre dessen war, was Krishna gegeben hatte. Ich bin nach ihm gekommen, der größer ist als ich; aber ich will euch zeigen die Wege zu dem zurück, der größer ist als ich, - das sind die welthistorischen Töne, die uns aus dem Gangeslande herübertönen. Jetzt gehen wir ein Stückchen weiter nach dem Westen. Stellen wir noch einmal vor unsere Seele die Gestalt des Täufers und erinnern wir uns der Worte, die Buddha hätte sprechen können: Ich bin nach ihm gekommen, nach dem Krishna, denn er ist größer als ich; und ich will euch die Wege zeigen zu ihm zurück aus der Welt, in welcher die göttliche Welt nicht enthalten ist, von der Krishna gesprochen hat. Wendet den Sinn zurück! - Und jetzt die Gestalt des Täufers. Wie sprach er? Wie drückte er seine Anschauungen aus, wie drückte er die Tatsachen aus, die ihm in der geistigen Welt gegeben waren? Er wies auch auf einen anderen hin; aber er sagte nicht, wie Buddha hätte sagen können: Ich bin nach ihm gekommen. Sondern er sagte: «Nach mir kommt ein Größerer, denn ich bin» (1, 7). So sagt der Täufer. Und er sagt nicht: Hier in der Welt ist Leiden, und ich will euch führen zu etwas aus dieser Welt heraus. Sondern er sagt: Ändert den Sinn! Blicket nicht mehr nach rückwärts, sondern blicket nach vorwärts! Wenn der Größere kommt, wird die Zeit erfüllt sein, wenn in der Welt, wo Leiden ist, Einzug halten wird die himmlische Welt, wenn Einzug halten wird in die Menschenseelen in einer neuen Art das, was sie verloren haben als Offenbarungen der alten Zeiten (Matth. 5, 2).

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Cite: GA 139/1912-09-19/p034 · edition original