Sechster Vortrag

GA 139/1912-09-20/p007 ·1912-09-20 · original (original)
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Und wenn wir sehen, wie sich das, was für den einzelnen Menschen also eine Bedeutung hat, auf die ganze Menschheit anwenden läßt, so können wir sagen: Bei der ganzen Menschheit in der aufeinanderfolgenden Entwickelung zeigt sich uns sowohl das eine wie das andere in einer gewissen Weise. Wir brauchen dabei nur bei der sogenannten nachatlantischen Zeit stehenzubleiben. Wir unterscheiden in der nachatlantischen Zeit als erste nachatlantische Kulturperiode die altindische, als zweite die urpersische, als dritte die ägyptisch-chaldäische, als vierte die griechisch-lateinische, als fünfte unsere jetzige, und zwei weitere werden der unsrigen folgen, bis wieder eine große Katastrophe kommen wird. Dieser Fortgang der Evolution zeigt vielfach in den aufeinanderfolgenden Perioden Ähnlichkeiten, die sich in einer gewissen Weise vergleichen lassen mit der Wiederholung des Gleichen, wie wir sie zum Beispiel von Jahr zu Jahr im Pflanzenreich beobachten. Wir sehen, wie solche Perioden dadurch ablaufen, daß in einer gewissen Weise im Beginne solcher Epochen gewisse Offenbarungen an die Menschheit herantreten, gleichsam ein Strom von spirituellem Leben als Impuls der Menschheit gegeben wird, wie in jedem Frühling der Impuls den Pflanzen der Erde gegeben wird. Und dann sehen wir, wie auf diesen ersten Impuls das Weitere gebaut wird, zur Frucht wird und abstirbt, wenn die Periode zu Ende ist, wie die Pflanzen absterben, wenn es gegen den Winter zugeht. Aber daneben zeigt sich in den aufeinanderfolgenden Perioden etwas, was dem Fortschritt des einzelnen Menschen ähnlich ist, und wovon wir sagen können, daß die Zeit dabei eine Rolle spielt, sich als ein realer Faktor erweist. Es ist nicht nur so, daß in der zweiten, urpersischen Epoche die Keime wieder gelegt werden, wie es in der ersten Epoche war, oder daß es in der dritten Periode wieder so ist, wie es in der ersten war, sondern die Impulse sind immer andere, immer mehr gesteigerte, immer neue, wie es im Menschenleben auch ist, daß die einzelnen siebenjährigen Perioden ihre Differenzierung, ihren Fortschritt haben.

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