Sechster Vortrag

GA 139/1912-09-20/p010 ·1912-09-20 · original (original)
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Das ist der Sinn in bezug auf die Erkenntnis einer neuen Zeit, daß die Begabung eintritt, historisch, geschichtlich zu sehen, das heißt, die Zeit mitzurechnen bei dem, was eigentlich für die Evolution in Betracht kommt, die Zeit als einen realen Faktor aufzufassen. Das aber war insbesondere der Erkenntnis des Abendlandes vorbehalten, historischen Sinn zu entwickeln, Geschichte in ihrer Wahrheit zu durchschauen. Und darin unterscheiden sich die beiden Evolutionsströmungen des Morgenlandes und des Abendlandes, daß das Morgenland ungeschichtlich, unhistorisch, aber ungeschichtlich und unhistorisch in höchster Vollendung die Welt anschaut, während das Abendland zunächst beginnt, auf einen Impuls hin historisch, geschichtlich die Welt anzuschauen. Und die Anregung zu einem geschichtlichen Anschauen geht aus von der althebräischen Weltanschauung. Die gibt den ersten Impuls zum geschichtlichen Anschauen.

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