{"corpus":"steiner","locus":"GA 139/1912-09-20/p024","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"text":"Zu was wollte er sie erziehen? Was ist denn eigentlich im Grunde genommen diese ganze Erzählung von der Brotvermehrung, das eine Mal durch Verteilung von fünf Broten unter Fünftausend, die Überreste geben zwölf Körbe voll; das zweite Mal durch Verteilung von sieben Broten unter Viertausend, die Überreste geben sieben Körbe voll? Ja, das war immer eine sonderbare Sache für die Bibelerklärer. Heute sind die Erklärer darin übereingekommen, daß sie sagen: Die Leute haben halt Brot mit sich gehabt; und als sie angeordnet worden sind, reihenweise, da haben sie ihre Brocken ausgepackt. Das ist ja das, was heute sozusagen als Übereinkommen selbst bei denjenigen dasteht, die so recht festhalten wollen am Evangelium. Wenn man allerdings die Sachen in dieser äußerlichen Weise nimmt, dann sinken sie zu einer äußeren Draperie, zu einer äußern Zeremonie herunter. Man weiß nicht, warum dann die ganze Sache erzählt wird. Auf der anderen Seite darf man natürlich auch nicht an schwarze Magie denken; denn das wirkliche Hervorzaubern von einer ausgiebigen Menge Brot aus fünf, beziehungsweise sieben Broten wäre schwarze Magie. Aber cs kann sich nicht um schwarze Magie handeln, auch nicht um einen Vorgang, der besonders zurechtgerückt erscheint für die Philister, wie wenn die Leute Brot mitgebracht und ausgepackt hätten. Es ist dabei etwas Besonderes gemeint. Ich habe schon bei der Auslegung der verschiedenen anderen Evangelien darauf hingedeutet, und es wird im Evangelium selbst deutlich genug darauf hingewiesen, um was es sich handelt.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"Sechster Vortrag","site_heading":null,"date":"1912-09-20","location":null,"word_count":236,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/139/1912-09-20/p024","alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["English"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/139/1912-09-20/p024"},{"lang":"en","edition":"English","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/139/1912-09-20/p024","paragraph_aligned":true}],"record":{"record_type":"unknown","scope":"volume","note":"How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.","evidence":null,"evidence_translation":null,"evidence_source":null}}