{"corpus":"steiner","locus":"GA 139/1912-09-21/p003","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"text":"Am besten wäre es zweifellos, wenn man bei den Betrachtungen, die sich an das eine oder andere der Evangelien erklärend anknüpfen sollen, immer ganz absehen könnte von den anderen Evangelien; denn dadurch würde das reinste und beste Verständnis des Grundtones des einzelnen Evangeliums zustande kommen. Allein es liegt nahe, daß eine solche Betrachtungsweise - wenn man gar nicht den einen oder anderen Lichtstrahl von einem Evangelium aus auf die anderen wirft doch leicht Mißverständnisse hervorrufen kann. So könnte gerade das, was gestern als der «welthistorisch größte Monolog » angegeben worden ist, leicht mißverstanden werden, wenn irgend jemand nicht genau, sondern etwas oberflächlich zu Rate ziehen wollte, was zum Beispiel in Anlehnung an das Matthäus-Evangelium über die ähnliche Stelle gesagt werden muß und auch damals bei den Vorträgen in Bern gesagt worden ist. Und zwar wäre ein Einwand, der etwa von einem solchen Gesichtspunkt aus gemacht würde, im tieferen logischen Sinne eigentlich doch dasselbe, wie wenn es eine Mitteilung gäbe: Hier auf diesem Podium stand einmal ein Mensch, und zu seiner Linken stand ein Rosenbukett - und ein andermal würde man lesen: Hier auf diesem Podium stand einmal ein Mensch, und zu seiner Rechten stand ein Rosenbukett -, und wenn jemand, der nicht daran beteiligt gewesen wäre, dann sagen würde: Das stimmt nicht; denn das eine Mal stand das Rosenbukett rechts, und das andere Mal stand es links. Es kommt eben darauf an, wo der betreffende Beobachter gestanden hat; dann sind beide Sätze richtig. So muß man die Evangelien nehmen. Wir haben es eben nicht zu tun mit einer abstrakten Biographie des Christus Jesus, sondern mit einer reichen Welt von äußeren sowohl wie okkulten Tatsachen, die hier dargestellt sind.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"Siebenter Vortrag","site_heading":null,"date":"1912-09-21","location":null,"word_count":278,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/139/1912-09-21/p003","alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["English"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/139/1912-09-21/p003"},{"lang":"en","edition":"English","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/139/1912-09-21/p003","paragraph_aligned":true}],"record":{"record_type":"unknown","scope":"volume","note":"How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.","evidence":null,"evidence_translation":null,"evidence_source":null}}