Siebenter Vortrag

GA 139/1912-09-21/p004 ·1912-09-21 · original (original)
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Um diesen Gesichtspunkt ins Auge zu fassen, nehmen wir jetzt einmal das, was gestern der «welthistorisch größte Monolog» genannt worden ist, das Selbstgespräch des Gottes. Wir müssen uns darüber klar sein, daß das, was im Fortgange des Ganzen sich abspielte, sich ganz besonders zwischen dem Christus Jesus und seinen Jüngern, seinen nächsten Schülern, zutrug. Und was gestern gesagt worden ist, daß eigentlich der Geist des Elias, nachdem er befreit war von dem physischen Leib Johannes des Täufers, wie eine Art von Gruppenseele der Jünger wirksam war, das muß zu einer solchen Betrachtung noch ganz besonders hinzugezogen werden. Was damals vorging, das spielte sich nicht nur so ab, daß man es einfach in einer äußerlichen Weise erzählen kann, sondern es spielte sich in einer viel komplizierteren Weise ab. Es war gewissermaßen eine innere und tiefe Wechselbeziehung zwischen der Seele des Christus und der Seele der Zwölf. Was in der Seele des Christus vorging, das waren für die damalige Zeit alles bedeutungsvolle Vorgänge, Vorgänge reicher Art, vielfältige Vorgänge. Aber alles, was in der Seele des Christus vorging, spielte sich gleichsam noch einmal ab wie in einer Art von Spiegelbild, in einer Art von Reflex, in den Seelen der Jünger, aber in zwölf Teile geteilt; so daß jeder der Zwölf einen Teil dessen wie im Spiegelbilde erlebte, was in der Seele des Christus Jesus vorging, aber jeder der Zwölf etwas anderes.

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Cite: GA 139/1912-09-21/p004 · edition original