Siebenter Vortrag

GA 139/1912-09-21/p006 ·1912-09-21 · original (original)
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So muß man reden, wenn man es darstellt im Sinne des Markus-Evangeliums; denn in diesem werden die markanten Dinge dargestellt, und es wird ganz besonders dasjenige dargestellt, was sich in der Seele des Christus Jesus selbst vollzog. Im Matthäus-Evangelium dagegen wird dargestellt, was sich mehr auf die Seele des Petrus bezieht und was der Christus Jesus beitragen kann zur Erklärung dessen, was sich in der Seele des Petrus vollzieht. Lesen Sie das Evangelium genau, dann werden Sie darauf kommen können, wie im Matthäus-Evangelium in noch besonders hinzugefügten Worten die Darstellung von der Seite des Petrus ist. Denn warum werden dort die Worte zugefügt: «Selig bist du, Simon, Sohn des Jona; denn Fleisch und Blut hat es dir nicht geoffenbart, sondern mein Vater in den Himmeln»? (Matth. 16, 17. ) Mit anderen Worten: Etwas von dem, was die Seele des Christus Jesus gefühlt hat, fühlt auch die Seele des Petrus. Aber indem die Seele des Petrus fühlt, daß sein Meister der Christus ist, ist das so auszulegen, daß Petrus eine Weile heraufgehoben ist zu einem Erleben im höheren Ich und überwältigt wird von dem, was er auf diese Weise erlebt, und sozusagen wieder zurückfällt. Aber dennoch war es ihm möglich, hindurchzudringen zu der Erkenntnis, die sich mit anderer Absicht, mit anderem Ziel in der Seele des Christus abspielt. Und weil er dazu fähig war, deshalb jene Übertragung der Schlüsselmacht, von der im Matthäus-Evangelium die Rede ist (Matth. 16, 19) und von der auch bei der Erklärung des Matthäus-Evangeliums gesprochen worden ist. Dagegen haben wir im Markus-Evangelium nur herausgehoben kräftig und einzig diejenigen Worte, welche anzeigen, daß das Ereignis, abgesehen von dem, was es in dem Petrus war, sich abspielte gleichzeitig, parallel, als der Monolog des Gottes.

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Cite: GA 139/1912-09-21/p006 · edition original