{"corpus":"steiner","locus":"GA 139/1912-09-21/p029","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"text":"Jetzt denken wir uns eine solche Seele, welche da im Westen steht, präpariert ist zu dieser Mission des Westens, die aber noch in sich trägt die stärksten Nachklänge an das alte Hellsehen. In Indien sind diese Nachklänge längst verglommen; im Westen sind sie noch da. Der Trieb der Seele will hinein in die elementarische Welt, aber das Bewußtsein kann nicht. Eine Stimmung wie die Buddha-Stimmung konnte in diesen Seelen nicht entstehen. Die Buddha-Stimmung würde gesagt haben: Wir sind hinausversetzt in die Welt des Leidens; also machen wir uns frei von ihr. Nein, die westlichen Seelen wollten etwas erfassen von dem, was vor ihnen war. In das, was hinter ihnen war, konnten sie nicht hinein; in der Welt vor ihnen hatten sie nur die kalten, eisigen Begriffe. Denken wir uns eine solche Seele wie den Pherekydes von Syros. Er ist der, welcher als der letzte hineinschauen konnte in das, was da drinnen ist in der elementarischen Welt. Denken wir uns eine der anderen Seelen aber. Sie kann nicht sehen, wie die Elemente lebendig geboren werden aus dem Chronos heraus.Sie kann nicht sehen, daß das Schlangenwesen Ophioneus den Streit beginnt mit den oberen Göttern; aber im Bilde hält sie fest, daß da etwas hereinwirkt in das Sinnliche. Sie sieht nicht hindurch auf Chronos; aber das sieht sie, was als Abdruck in der Sinneswelt aus Chronos hervorgeht: Feuer, Wasser, Luft und Erde. Sie sieht nicht, wie die oberen Götter von den unteren bekämpft werden, wie sich der Schlangengott Luzifer empört; aber sie sieht, wie Disharmonie und Harmonie, Freundschaft und Feindschaft walten. Liebe und Haß sieht sie als abstrakte Begriffe, Feuer, Wasser, Luft und Erde als abstrakte Elemente. Was jetzt noch in die Seele hereindringt, das sieht sie; aber was früher von den Zeitgenossen gesehen worden war, das ist zugedeckt.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"Siebenter Vortrag","site_heading":null,"date":"1912-09-21","location":null,"word_count":296,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/139/1912-09-21/p029","alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["English"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/139/1912-09-21/p029"},{"lang":"en","edition":"English","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/139/1912-09-21/p029","paragraph_aligned":true}],"record":{"record_type":"unknown","scope":"volume","note":"How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.","evidence":null,"evidence_translation":null,"evidence_source":null}}